02.07.2023

Cyberattacke

Abo-Daten von Schweizer Revue veröffentlicht

Der Bund hält Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer mit einer Zeitschrift auf dem Laufenden. Nun wurden teilweise Daten der insgesamt über 425’000 Adressen im Darknet publik gemacht. Der Datenschützer ist alarmiert.

Wer sich in der Schweiz abmeldet, muss seinen Auslandwohnsitz obligatorisch der zuständigen Schweizer Vertretung angeben. So entsteht der Stamm von Abonnentinnen und Abonnenten der Zeitschrift Schweizer Revue. Nun ist zumindest ein Teil der aktuell über 425’000 Adressen – 40 Prozent Postangaben und 60 Prozent E-Mail-Adressen, laut SWI Swissinfo.ch im Darknet gelandet.

«Das EDA hat keine Kenntnis davon, wie viele Daten effektiv gestohlen worden sind», schreibt das Aussendepartement laut dem Portal. Klar ist aber: Die Daten werden als besonders sensibel eingestuft, da sie nicht freiwillig gemeldet werden. 


«Dass Daten, die nicht freiwillig erhoben worden sind, so an die Öffentlichkeit kommen, ist sehr bedauerlich», sagt Adrian Lobsiger, der Eidgenössische  Datenschutzbeauftragte gegenüber Swissinfo.ch. Das Gesetz sehe vor, dass die Betroffenen darüber informiert werden müssen.

Die Daten der Schweizer Revue seien «Beifang» aus der Cyberattacke des Hackerkollektivs Play auf die NZZ und CH Media vom März, wie es im Bericht weiter heisst. Die beiden Verlage sind über ihre digitale Infrastruktur miteinander vernetzt. Anfang Mai wurden zahlreiche Daten der beiden Medienhäuser im Darknet publik, darunter sensible Daten von Mitarbeitenden und Geschäftspartnern (persoenlich.com berichtete).

Nebst der Erpressung von Medienhäusern gelang Play auch ein Angriff auf die Schweizer IT-Firma Xplain. Dieses Unternehmen liefert Software für Schweizer Justiz- und Polizeibehörden (persoenlich.com berichtete). (wid)


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