11.10.2012

Microsoft

Bing ist verseuchteste Suchmaschine

Vor allem Bildersuche ist problematisch.

Bing ist die unsicherste Suchmaschine. Zu diesem Ergebnis kommt das IT-Sicherheitsunternehmen SophosLabs, das die wichtigsten Suchmaschinen auf Schadsoftware überprüft hat. Zwei Drittel der Malware wurde von den Virenforschern auf Bing gefunden, während auf Google 30 Prozent und die restlichen fünf Prozent auf andere Anbieter entfallen.

Nutzer im Stich gelassen

"Verseuchte Suchergebnisse können für Internet-Nutzer sehr gefährlich sein, wenn sie den Links vertrauen und auf Seiten mit Malware weitergeleitet werden. In diesem Fall hat Bing seine Nutzer im Stich gelassen", sagt Fraser Howard, leitender Virenforscher bei Sophos. Für die Studie wurden Daten von Nutzern einer Sophos-Software, mit der sich Unternehmen vor verseuchten Webseiten schützen können, herangezogen. Die meisten zweifelhaften Weiterleitungen geschahen bei der Bildersuche. Laut den Experten wurden vor allem bei populären Suchabfragen viele Links zu Webseiten festgestellt, auf denen die Schadsoftware in Unterseiten oder in Bildern versteckt ist. Diese Taktik scheint gut zu funktionieren, denn überraschend viele dieser Webseiten erscheinen in den Suchergebnissen sehr weit oben.

Dem IT-Experten nach stehen die Anbieter vor allem bei der Bildersuche vor einem grossen Problem: "Sie tun etwas, indem sie aktiv versuchen solche Resultate herauszufiltern. Aber wie meine Untersuchungen zeigen, machen die Unternehmen das sehr viel besser in der regulären Textsuche als bei der Bildersuche."

Hausgemachtes Problem

Das Entfernen von infizierten Inhalten ist laut Howard ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem in der Regel die Suchmaschinen-Betreiber das Nachsehen haben. Die Dunkelziffer dürfte sehr viel höher liegen und ist laut Experten nicht einmal schätzungsweise erfassbar. Vor allem die epidemische Ausbreitung von infizierten Kreditangeboten, mit denen es Kriminelle auf private Daten der Internet-Nutzer abgesehen haben, beschäftigt derzeit die gesamte IT-Sicherheitsindustrie.

"Alle Suchmaschinen schaffen es nicht, das Problem unter Kontrolle zu bringen. Weil diese Anbieter ihren Nutzern kaum Informationen bieten, wie man infizierte Webseiten und Bilder erkennen kann, wird dieses Dilemma weiterhin bestehen bleiben", so Howard. Die Endverbraucher sollen dem Experten zufolge eine Sicherheitssoftware installiert haben, die gefährliche Weiterleitungen automatisch blockt. "Auch wenn es nicht immer praktisch ist, kann man die URLs auch manuell überprüfen, bevor sie angeklickt werden. Dieser Vorgang bietet sich zum Beispiel bei der Bildersuche an, um eine zusätzliche Sicherung zu implementieren", so Howard. (pte)


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