10.01.2022

IT-Kriminalität

Cyber-Attacken gegen Firmen nehmen stark zu

Schweizer Firmennetzwerke waren 2021 laut einer Untersuchung deutlich öfter von Angriffen betroffen als noch 2020. Jüngstes Opfer war die CPH-Gruppe, weshalb die Papierfabrik Perlen ihre Produktion am Freitag vorsorglich stoppen musste.
IT-Kriminalität: Cyber-Attacken gegen Firmen nehmen stark zu
Gemäss Fachleuten von Check Point Research haben Cyber-Attacken auf Schweizer Firmen um 65 Prozent zugenommen. (Bild: Pixabay)

Die Internetkriminalität hat in der Schweiz im letzten Jahr nochmals deutlich zugenommen. Laut einer Untersuchung von Fachleuten von Check Point Research (CPR) nahmen Cyber-Attacken auf Firmen im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent zu. 

Die CPR-Experten stellten laut einer Mitteilung vom Montag fest, dass die Zahl von Angriffen auf Firmennetzwerke stark zugenommen haben. In der Schweiz seien vor allem Firmen aus den Bereichen Gesundheit, Finanzen sowie staatliche Stellen Ziel der Angriffe gewesen.

Die Zahlen von 2021 sind laut den Angaben vor allem wegen der im Dezember aufgedeckten «Log4J»-Schwachstelle nochmals in die Höhe geschossen. Diese betreffe fast jedes System auf der Welt. Die zur Cybersicherheitsfirma Check Point Software Technologies gehörenden Experten rechnen zudem damit, dass die Zahlen im laufenden Jahr weiter ansteigen werden.

Jüngstes Opfer: CPH-Gruppe

Vor dem Wochenende wurde jüngst ein weiteres Opfer eines Cyber-Angriffs bekannt. Die CPH Chemie+Papier-Gruppe hatte in der Nacht auf Freitag am Standort Perlen einen externen Angriff auf die IT-Systeme festgestellt, wie sie am Freitag mitteilte.

Als Folge des Angriffs fuhr CPH ihre IT-Systeme umgehend herunter. Zudem seien rasch die notwendigen Massnahmen zum Schutz der IT-Infrastruktur eingeleitet worden. Wie gross die finanziellen Auswirkungen der Attacke sein werden, lasse sich noch nicht abschätzen, hatte dabei ein Firmensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP erklärt.

Der Angriff belastet nicht nur die IT-Systeme, sondern auch die Produktionen in Perlen und Müllheim. Dort sei in den Bereichen Papier und Verpackung die Produktion vorsorglich gestoppt worden. Der Bereich Chemie hätte indes weiter produzieren können, hiess es. In Perlen hatte CPH die Papierproduktion bereits im Oktober gestoppt werden müssen (persoenlich.com berichtete). Damals war allerdings ein Brand der Grund dafür. Als Folge mussten Tamedia, 20 Minuten, NZZ und CH Media ihre Zeitungsumfänge bis Ende Oktober reduzieren. (awp/sda/tim)



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