11.04.2012

Ein Hype oder das neue Facebook?

Das Web hat seit einigen Wochen ein neues Lieblingsthema: Pinterest. Derzeit zählt die Bilder-Pinnwand monatlich 17,8 Millionen Besucher und sie wächst rasant. Worin liegt das offenbar riesige Potential und wie können Unternehmen Pinterest für's Marketing nutzen? Persoenlich.com sprach mit Andrzej Moyseowicz von Saatchi & Saatchi London, einem Experten. Zum Bericht:
Ein Hype oder das neue Facebook?

Nach Facebook, Twitter und Google+ steigt nun ein neues Social-Network ins Rennen um die Gunst der Internet-Nutzer: Pinterest. Bei Pinterest kann jeder seine persönliche virtuelle Pinnwand mit Bildern aus dem ganzen Internet füllen. Pinterest-Nutzer zeigen, was ihnen gefällt, indem sie Fotos etwa von Taschen, Gerichten, Stränden oder Städten "pinnen" und diese "Pins" in Kategorien wie Mode, Kochen, Reisedestinationen einordnen. Andere Pinterest-Nutzer können diese Bilder sehen und sie dann selber "repinnen", also auf ihre eigene Pinnwand setzen.

Es liegt auf der Hand: Dieser Mechanismus birgt extremes Potential. So erstaunt es denn auch nicht, dass einige Firmen dies entdeckt haben: Etwa Lindt Schokolade oder "The Wall Street Journal" "pinnen" bereits regelmässig.

Kritikpunkt ist das Urheberrecht

So ist denn auch pinterest.com heute die schnellst wachsende Social-Media-Webseite und wird immer mehr zu einem mächtigen Geschäfts- und Marketingtool für Marken, weil es sich bei diesen "pinnbaren" Bildern oft um PR- oder Werbematerial von Unternehmen handelt: Getränkeflaschen, Schmuck, Möbel oder Nahrungsmittel. Meistens geschieht die Verbreitung der Bilder über ihre ursprünglichen Links, so bleibt der zusätzliche Traffic auf der Unternehmens- oder Marken-Webseite. Doch nicht alles glänzt: Ein wichtiger Kritikpunkt liegt im Recht, denn Pinterest lebt einzig von Bildern - und damit von meist urheberrechtlich geschütztem Material.

Kampagnen-Beispiel: Kotex

Ein Beispiel für eine breit beachtete Pinterest-Kampagne liefert Kotex (vgl. Video unten). Die von der israelischen Agentur Smoyz entworfene Kampagne zeigt, wie man mit persönlicher Ansprache und Kreativität eine Marke mit Hilfe von Pinterest gezielt stärken kann. Für die Kampagne wurden 50 weibliche Pinterest-User ausgesucht, die besonders inspirierende "Pins" auf ihren Boards gepostet hatten. Diese erhielten personalisierte Geschenke, die anhand ihrer Pins zusammengestellt wurden.

Aus Dankbarkeit posteten die Frauen im Gegenzug ein Foto vom Geschenk in ihrem Pinterest-Board. Doch nicht genug: Zahlreiche Fotos und überraschte Zuschriften wurden auch über Facebook, Twitter und Instagram ausgetauscht. Insgesamt zählten die Verantwortlichen über 2'284 Interaktionen und der Kampagnen-Film auf Youtube wurde bisher fast 70'000 Mal angeklickt.