12.02.2021

CommTech

«Fertig Silo, stattdessen integral zusammenarbeiten»

In Sachen CommTech müsse es in der Schweiz endlich einen grossen Schritt vorwärts gehen, finden HWZ, Webrepublic, Media Focus, Mobiliar und Farner. Sie gründeten den Verein ComImpact. Präsident Cyril Meier über die Hintergründe und Ziele der Initiative.
von Edith Hollenstein

Herr Meier, die Interessen der digitalen Werbewirtschaft vertritt doch die IAB Switzerland. Was fehlt, wenn es nun ComImpact zusätzlich braucht?
ComImpact ist eine reine Fortbildungsinitiative in einem hochdynamischen Digitalumfeld. Das Engagement von Organisationen wie IAB, LSA und SWA zeigt dabei ja gerade, dass im Thema CommTech auf breiter Front Austausch und Weiterbildung besonders dringlich sind. Wir wollen das Know-how und das Engagement bündeln und den Schweizer Kommunikationsfachleuten den Zugang zu neustem CommTech-Wissen erleichtern. 

Ihr Verein sei ein «Netzwerk zur Förderung der CommTech-Kompetenzen», schreiben Sie. Was für Kompetenzen sind hierbei konkret gemeint?
Die wichtigsten Stichworte sind hier Nutzungs- und Wirkungskontrolle sowie die umfassende Analyse von Daten als Basis wirkungsvoller Kommunikationsmassnahmen. Stichwort: Research Report 2019 «The CCO as pacesetter». 

Wer kam auf die Idee zur Gründung von ComImpact?
Die Initiative ist einerseits eine Weiterentwicklung der seit 2007 bestehenden HWZ-Fachtagung zur Erfolgsmessung und zum Wertbeitrag von Kommunikation, die 2018 erstmals unter ComImpact firmierte. Entscheidend für den jetzigen Schritt aber waren zahlreiche Rückmeldungen aus der Branche und insbesondere seitens der jetzigen Initianten, dass mehr getan werden müsste. Denn die rasante Digitalisierung der Kommunikationsbranche hat auch die Vorgehensweise auf diesem Gebiet völlig verändert, was unter dem Dachbegriff CommTech zusammengefasst wird.  

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Wie wurden die unterschiedlichen Gründungsorganisationen an Bord geholt?
Mit allen waren wir schon in der Zeit der Communications-Controlling-Tagungen in losem oder auch engerem Kontakt, die Schweiz ist in solchen Dingen ja ziemlich übersichtlich. Der wichtige Schritt folgt nun in der Aufbauphase, wenn wir die vielen weiteren Organisationen – Firmen, NPOs, Kom-Dienstleister, Bildungsanbieter – für die Initiative ansprechen, die Performance-Kompetenzen haben und sich engagieren wollen. 

Nach welchen Kriterien nehmen Sie neue Mitglieder auf, und wie viel kostet die Mitgliedschaft?
Wir erwarten von unseren Partner-Mitgliedern die Bereitschaft, ihr CommTech-Wissen mit der Community zu teilen, zum Beispiel in Form von kurzen, intensiven Abendanlässen, an denen sie aktuelle Cases präsentieren und diskutieren und auf diese Weise auch selber stetig dazulernen. Die Kosten für eine einfache Firmenmitgliedschaft betragen 300 Franken.

Was für Vorteile hat die Mitgliedschaft?
Zunächst schlicht Spezialkonditionen für Mitarbeitende. Hauptnutzen ist aber sicherlich, einem tollen fachlichen Netzwerk anzugehören, das Zugang zu CommTech-Wissen bietet, das den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen fördert. In einem weiteren Schritt werden wir spezifische Weiterbildungsangebote entwickeln, und selbstverständlich gibt es Rabatt für unsere ComImpact-Tagung vom 10. Juni unter dem Titel «Schlüsselkompetenz CommTech».

Sie haben es eingangs erwähnt. Doch was genau bedeutet, dass ComImpact von LSA und SWA unterstützt wird?
Ein Patronat ist keine finanzielle Unterstützung. Diese wichtigen Branchenorganisationen unterstützen aber die Idee dieser Kompetenzinitiative und werden sicherlich ihren Mitgliedern Hinweise auf ComImpact-Veranstaltungen weitergeben. Und natürlich werden sie mit uns über ihre Themeninteressen sowie ihre Fallbeispiele und Fachleute sprechen.

Was ist denn Ihrer Ansicht nach eine zeitgemässe Kooperation zwischen Marketing und Kommunikation?
Das Ziel ist seit Jahrzehnten dasselbe: fertig Silo, stattdessen optimal, ja integral zusammenarbeiten, gegenseitig nützliche Konzepte, Prozesse und Technologien nutzen. Stichworte Konvergenz, Multi-Stakeholder, messbare Ergebnisse. Denn heute sind die diesbezüglichen Anforderungen höher denn je, aber auch die Voraussetzungen für stichhaltige Insights besser denn je. Und das wollen wir zeigen, fördern, schulen, entwickeln.

Und wer muss welche Mindsets ändern?
Der Mindset muss sich auf beiden Seiten verändern. Kommunikationsleute sollten Marketing-Frameworks, Techniken und Tools aufnehmen und diese für das breite Feld an Kommunikationsaufgaben einsetzen. Marketeers wiederum sollten Kommunikation als ganzheitlicher Ansatz im Sinne einer Multi-Stakeholder-Experience begreifen und angehen.

Was erwartet uns an der Fachtagung am 10. Juni?
Wir freuen uns sehr, dass Jon C. Iwata, früherer President of Marketing and Communications bei IBM, zugesagt hat, über die Bedeutung und die neusten Entwicklungen im Bereich CommTech zu berichten. Und auch dem Weckruf-Referat von Frank Bodin schauen wir mit Spannung entgegen. Daneben sind stündige Labs im Programm, in denen die Teilnehmenden in bestimmte Bereiche eintauchen und direkt mitverfolgen können, wie Kommunikation heute datenbasiert geplant und gesteuert wird. Zahlreiche Kurzpräsentation von Praktikern aus der Schweiz runden den Nachmittag ab; aktuelle Entwicklungen werden wir bis kurz vor der Tagung einbauen können.

 



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