01.04.2011

Xing

Im Mahlwerk der chinesischen Internetzensur

Halbe Million Nutzer kann nicht mehr einloggen.

Der deutschen Business-Plattform Xing droht Ungemach aus China. Wie das Hamburger Unternehmen am Freitag auf seinem firmeneigenen Blog bekannt gegeben hat, wird das Business-Netzwerk durch die Zensur des chinesischen Machtapparates geblockt. Zu diesem Schluss sei man gekommen, nachdem technische Gründe ausgeschlossen werden konnten, teilte Xing mit. Ob den Deutschen ähnlicher Ärger wie Google droht, bleibt offen.

Die Hinweise auf eine zielgerichtete Unterbindung des Dienstes verdichten sich. Denn Xing zufolge hat es in der letzten Zeit zunehmend Hinweise aus dem Kreis der insgesamt mehr als 500'000 Mitglieder des Netzwerks in der Volksrepublik gegeben. Deren Angaben nach kann der Dienst nicht oder nur sehr unregelmässig aufgerufen werden. Demnach liegt der Verdacht nahe, dass die Online-Plattform durch die bekannte "Great Firewall of China" geblockt wird.

"Inwieweit sich unsere rechtlichen Bemühungen auszahlen werden und die Blockierung des Services eingestellt wird, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer beurteilen. Obwohl wir auch mit Behörden vor Ort bereits im Gespräch sind, erwarten wir keine grossen Wunder", erklärt Xing-Sprecher Marc-Sven Kopka. Das deutsche Management hat auf den Umstand entsprechend reagiert und seine Anwälte in China eingeschaltet. Zusätzlich werde man Kontakt mit den deutschen Behörden aufnehmen, um eine rasche Klärung herbeizuführen. Das Unternehmen verfügt gegenwärtig bereits über zehn Millionen aktive Nutzer. Davon entfallen allein 4,5 Millionen Nutzer auf den deutschsprachigen Raum. Über 45'000 Fachgruppen haben sich auf der 2003 gegründeten Seite schon gebildet. (pte)



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