04.09.2019

E-Sports

In der Schweiz beliebt, aber unterbezahlt

Beim eSport.Business.Forum in St. Gallen sind die aktuellen Trends aus der Szene vorgestellt worden.
E-Sports: In der Schweiz beliebt, aber unterbezahlt
Der elektronische Sport ist in der Mitte der Schweizer Gesellschaft angekommen. Aktuelle Studien dazu wurden beim eSport.Business.Forum vorgestellt. (Bild: Gabriele Griessenböck)

Gerade gewann ein 16-Jähriger die Fortnite-WM mit drei Millionen Dollar Preisgeld. Zusätzlich purzeln immer weitere Rekorde bei den internationalen E-Sport-Turnieren. In dieser Hinsicht kann es der elektronische Sport schon locker mit anderen Sportarten aufnehmen. Die vier erfolgreichsten Games belegen dies. «Bei ‹League of Legends›, ‹Fortnite›, ‹Counterstrike› und ‹Dota 2› liegt der jährliche Preispool bei zehn Millionen Dollar», wird Timo Krüger von Nielsen Sport in einer Mitteilung zitiert. Auch in der Schweiz sind diese Games besonders beliebt.

E-Sport ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jeder dritte Schweizer ist laut Studie der ZHAW Gamer (persoenlich.com berichtete). Entgegen der weitläufigen Meinung ist E-Sport nicht nur bei der jungen Bevölkerung angesagt. Bis in die Mittvierziger ist die Beliebtheit hoch. Dieser Zielgruppe wird nun durch die «Senior eSports Liga» mehr Aufmerksamkeit geschenkt. «Unser Ziel ist, dass auch die Generation über 40 eine Chance auf E-Sports bekommt», so der Gründer René Merkli.

Statt Twitch und Twitter wird über Facebook geworben. Der Einstieg in die Plattform ist bewusst einfach gehalten. Für Merkli ist das Potential enorm. «In der Schweiz besitzen 520’000 der über 40-jährigen Männer eine Konsole. In Deutschland sind 15 Millionen Gamer in diesem Alter.»

Offene Türen für Sponsoren

E-Sport-Fans sind dem Sponsoring gegenüber positiv eingestellt. «Sie verstehen das Ökosystem E-Sport, das ohne seine Sponsoren nicht diese Grössenordnung erreichen könnte», so Krüger. Das Sponsoring und Engagement ermöglicht völlig neue Reichweiten. Ebenso steigt das Interesse an E-Sport rasant. «Unsere Studie ergab, dass 35 Prozent der Befragten in den letzten zwei Jahren E-Sport für sich entdeckt haben, ein enormes Wachstum», sagt Krüger gemäss Mitteilung.

Dennoch sind die Sponsoring-Summen im Schweizer E-Sport noch recht gering, bekunden verschiedenste Kongressteilnehmer. Offensichtlich warten die Unternehmen nach wie vor kritisch ab, ob ihre E-Sport-Engagements positiv aufgenommen werden. Tom Zimmermann von Postfinance und Annette Köhler von Swisscom zeigten sich aber sehr zufrieden in ihrer Zwischenbilanz.

Beim eSport.Business.Forum in St. Gallen trafen sich am Dienstag 135 Besucher und 20 Experten zum Wissenaustausch in den Olma-Messen. (pd/cbe)

 

 



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