25.11.2011

Online-Angebote

Nichts ist gratis

Daten der Nutzer dienen als Zahlungsmittel.

Die Nutzer von Diensten wie Suchmaschinen, sozialen Netzwerken, Filesharing-Plattformen und anderen Diensten im Internet haben sich daran gewöhnt, dass sie für diese Services nichts zu bezahlen brauchen. Die Anbieter der Dienstleistungen müssen trotzdem jeden Monat Rechnungen über viele Millionen Dollar begleichen. Die beiden grössten Anbieter von Gratis-Services, Google und Facebook, bezahlen alleine für Strom jeden Monat enorme Summen. Google verbrauchte 2010 eigenen Angaben zufolge 2,26 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Das entspricht dem Verbrauch einer Stadt mit 200'000 Einwohnern. Rivale Facebook zahlte schon im Jahr 2008 jeden Monat mehr als eine Million Dollar an Stromkosten. Zusammen mit Miete, Bandbreite, Kosten für neue Server und Personal beliefen sich die monatlichen Fixkosten für das soziale Netzwerk schon damals auf über 20 Millionen Dollar. Dieser Betrag wächst aufgrund international wachsender Nutzerzahlen noch weiter an.

Finanzieren müssen das die Nutzer, auch wenn sie nicht direkt bezahlen. Und zwar in Form ihrer Daten. Facebook verdiente nach Schätzungen im Jahr 2010 etwa zwei Milliarden Dollar mit Werbung, die es aufgrund seiner Kundendaten verkaufen konnte. Das soziale Netzwerk kann damit schon einen beachtlichen wirtschaftlichen Erfolg nachweisen.

Google hat sich sowieso längst in der Gewinnzone etabliert. Für Unternehmen, die Gratis-Anwendungen anbieten, sind die User nicht mehr länger Kunden, sondern Ware. Ob sich dieses Geschäftsmodell langfristig etablieren kann, ist noch offen. Wie das Wall Street Journal berichtet, sind die Aktienkurse der meisten Unternehmen, die auf Gratis-Services setzen, nach dem Börsengang stark gesunken. Ein grosser Test für das System wird der Börsengang von Facebook werden. Der geschätzte Marktwert von 50 Milliarden Dollar ist im Vergleich zu den Umsätzen nämlich sehr hoch. (pte)


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