21.01.2014

Studie

Nutzung von Smartphones und Tablet-PCs explodiert

Grosse Unterschiede zwischen Industriestaaten und Schwellenländern.

Im Zuge der wachsenden Verbreitung von Smartphones und Tablet-PCs wechseln Konsumenten digitaler Medien weltweit zunehmend von Kauf- zu Mietmodellen sowie anderen Nutzungsformen für Videos, Spiele,  Musikinhalte und Literatur. Für Onlinedienste und Verlage gilt es, ihre Investitionen und Innovationen entsprechend auszurichten.

Das ergibt die aktuelle Studie "The Age of Curation: From Abundance to Discovery" der internationalen Managementberatung Bain & Company. Die Studie analysiert die Nutzung digitaler Formate von mehr als 6'000 Konsumenten in Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Indien, Russland sowie in den USA und offenbart grosse Unterschiede zwischen Industriestaaten und Schwellenländern.

In reifen Märkten wie den USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich ist die Zahl der Smartphone-Besitzer 2013 mit durchschnittlich 64 Prozent gemessen an den 49 Prozent im Vorjahr förmlich explodiert. Von 24 auf 37 Prozent legten Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) zu.

Auch Interesse an Musik und Videos steigt 
Einen Tablet-PC haben in den Industriestaaten derzeit 39 Prozent, 2012 waren es noch 18 Prozent. Auf 21 Prozent kommen die Schwellenländer, 2012 waren es 13 Prozent. In den Industrieländern konsumieren fast 70 Prozent der Abonnenten von Onlinevideodiensten mittlerweile mehr Videos als noch vor drei Jahren. Ähnlich verhält es sich bei den Abonnenten von Internetmusikdiensten: Knapp 60 Prozent verbringen mehr Zeit mit  Musikhören als drei Jahre zuvor. In den Schwellenländern schauen gar 83 Prozent der Multigerätenutzer mehr Videos als drei Jahre zuvor. Bei den Durchschnittsnutzern sind das nur zwei Drittel.

Die Studie offenbart allerdings auch die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten und Formaten. So haben in Großbritannien und den USA 40 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr mindestens ein E-Book gelesen. In Deutschland sind dies lediglich 26, in Frankreich gar nur 17 Prozent. 2013 schauten in den USA 76 Prozent der Konsumenten Onlinevideos. In Großbritannien waren es 70 Prozent, in Frankreich 67 und in Deutschland 63 Prozent. Internetmusikdienste wie Spotify, Google  Music und Pandora konnten ihre Nutzerzahlen seit 2012 nahezu  verdoppeln. Die höchsten Nutzungsraten in diesem Segment weisen die USA und Frankreich mit über 40 Prozent auf. Deutlich geringer fallen diese in Großbritannien mit 30 Prozent und in Deutschland mit 27 Prozent aus.

Plattformen machen auf Inhalte aufmerksam 
Neben der Mediennutzung - Downloads werden heute durch Streaming abgelöst - zeigt die Studie auch, wie Konsumenten neue Inhalte entdecken. Mehr als 85 Prozent der Befragten in den Industrieländern  und knapp 70 Prozent in den BRIC-Staaten greifen dabei auf mindestens eine der bekannten Plattformen wie Amazon, Apple, Google und Sony zu, um digitale Inhalte in allen möglichen Formaten zu kaufen oder  anzusehen. Die Zahl der durchschnittlich genutzten Plattformen schwankt dabei zwischen 2 in Deutschland und 2,9 in den USA.

Darüber hinaus hören Nutzer in allen Industrieländern inzwischen weniger auf Kritiken aus professionellen Quellen, sondern vertrauen vielmehr persönlichen Empfehlungen aus ihren sozialen Netzwerken. Weniger als die Hälfte verlässt sich noch auf Bewertungen von Profis, dagegen bevorzugen über 50 Prozent den Rat anderer Kunden. In China und Indien sind zudem zwei Drittel bereit, persönliche Daten im Austausch für personalisierte Video- und Musikempfehlungen zu liefern. In den USA und Großbritannien ist dies nur die Hälfte, in Deutschland sowie Frankreich sogar weniger als ein Drittel. (sda)


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