Nach den grossen US-Internetkonzernen fordern jetzt auch Hunderte internationale Star-Autoren weltweit besseren Datenschutz und weniger Überwachung durch Staaten. In einem am Dienstag in Zeitungen und im Internet verbreiteten Aufruf sprechen sich 560 prominente Schriftsteller gegen Massenüberwachung der Zivilbevölkerung aus.
Dazu gehören Nobelpreisträger wie Günter Grass, Elfriede Jelinek, Orhan Pamuk und J.M. Coetzee sowie Umberto Eco, Margaret Atwood, Joao Ribeiro, Henning Mankell, Richard Ford und David Grossmann. Unterschrieben haben den Appell auch 20 Schriftsteller aus der Schweiz, so Melinda Nadj Abonji, Alex Capus, Franz Hohler, Eveline Hasler, Charles Lewinsky, Klaus Merz, Pedro Lenz, Urs Widmer und Sybille Berg.
Sie fordern, dass die UNO eine verbindliche "Internationale Konvention der digitalen Rechte" verabschiedet. Auch Deutschland und Brasilien hatten eine entsprechende Initiative für eine UNO-Konvention gestartet.
Ziehen mit US-Konzernen gleich
Hintergrund der Aktion sind vor allem die Berichte über massenhafte Ausspähung durch den amerikanischen Geheimdienst NSA. Aber auch Staaten wie China oder Russland stehen in der Kritik, die Internet- und Telekommunikationsdaten ihrer Bürger in grossem Umfang abschöpfen.
Am Montag hatten die US-Konzerne Google, Facebook, Microsoft, Apple, Twitter, LinkedIn, Yahoo und AOL in einem offenen Brief an US- Präsident Barack Obama und den Kongress in Washington Änderungen der Überwachungspraxis gefordert. (sda)

