28.03.2019

Net-Metrix

Swiss Media Data Hub wird eingestellt

Das Projekt sollte eine Onlinewährung mit Vorbildcharakter liefern. Nun wird es gestoppt. Die angestrebte Lösung sei zu «kostenintensiv», sagt Rolf Schmitz. Entlassungen kann der Net-Metrix-CEO nicht ausschliessen.
von Michèle Widmer

Vor drei Jahren kündigten Wemf und Mediapulse unter dem Namen Swiss Media Data Hub (SMDH) die Gründung eines Joint Ventures an (persoenlich.com berichtete). Der SMDH sollte eine zentrale Plattform schaffen, aus der sowohl Daten im Währungsstandard für die Onlinewerbeträger- als auch für die Onlinewerbemittel-Messung resultieren sollten. Auch sollten aus diesem System Mediapulse und Wemf sogenannte Spenderdaten zur Integration in konvergente (crossmediale) Auswertungssysteme geliefert werden. Die neuen Währungsdaten sollten die bisherige Onlinewährung der Net-Metrix bis spätestens bis Ende 2019 ablösen.

Nun ist das grosse Vorhaben gescheitert. Das Projekt werde eingestellt, heisst es in einer Mitteilung von Net-Metrix. Im Verlaufe der letzten Monate habe sich herausgestellt, dass die gemeinsam mit den Partnerunternehmen angestrebte Gesamtlösung aufgrund der hohen Komplexität nicht realisierbar sei. Insbesondere der Aufbau eines reinen Softwarepanels mit der geforderten Masse und Qualität sei eine zu grosse Herausforderung. Nach Evaluation von weiteren Lösungsansätzen, welche zu überproportional hohen Kosten geführt hätten, hat sich der Verwaltungsrat der Net-Metrix dazu entschlossen, das Projekt SMDH per sofort einzustellen.

IBA, IGEM, LSA und SWA an Bord

Das Bedürfnis nach einer neuen gemeinsamen Online-Messwährung in der Branche ist gross. Dementsprechend breit war das Projekt abgestützt. Als Partner waren nebst Mediapulse und Wemf unter anderen der Wirtschaftsverband der Onlinewerbungsbranche (IAB), die Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM), der Verband der Schweizer Kommunikationsagenturen (LSA) oder der Werbe-Auftraggeberverband (SWA) mit an Bord.

«Die Einstellung des Projekts war ein gemeinsamer Entscheid», sagt Net-Metrix-CEO Rolf Schmitz auf Anfrage von persoenlich.com. Das Projekt in diesem Rahmen sei zu kostenintensiv gewesen. Laut Schmitz wollte man sich mit dem Schritt «freischütteln» um weiter an einer Lösung im Interesse aller zu arbeiten. Um dem Projekt seine Komplexität zu nehmen, wolle man sich verstärkt auf den Onlinemarkt fokussieren. Weitere Details nennt Schmitz nicht. «Wir sind dabei, die Situation zu evaluieren», sagt er. Klar sei aber: «Das Erarbeitete werde nicht einfach in die Tonne geschmissen.»

Entlassungen nicht ausgeschlossen

Auf der Webseite des Swiss Media Data Hubs sind 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgeführt. Geleitet wird das Projekt von Marcus Föbus. Wie es für sie weitergeht, ist noch unklar. Entlassungen kann Schmitz nicht ausschliessen.

Marcus Föbus zeigte sich im Herbst 2017, kurz nachdem er die Projektleitung übernommen hatte, optimistisch. «Die Einbindung vieler Parteien führt zu etwas längeren Zeiten bei der Projektumsetzung. Wenn dann aber eine Lösung vorliegt und verabschiedet ist, kann man davon ausgehen, dass sie solide ist – auf Züridütsch ‹verhebt› – und dann auch von allen Marktpartnern akzeptiert wird», sagte er im Interview mit persoenlich.com.



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Kommentare

  • Christoph Glauser, 28.03.2019 16:18 Uhr
    Zum Glück gibt es ja noch Anbieter für zuverlässige Online Daten.

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