Der Telekomregulator hat sich erneut gegen eine Regulierung des Zugangs zum Glasfasernetz ausgesprochen. Dort herrsche Wettbewerb, sagte der Präsident der Eidg. Kommunikationskommission (Comcom), Marc Furrer, am Mittwoch auf einer Telekomkonferenz des Euroforums in Rüschlikon ZH.
Eine Regulierung würde die Investitionen behindern, sagte Furrer. Das Glasfasernetz sollte nur bei Behinderung des Wettbewerbs reguliert werden. Der Glasfaserausbau komme geordnet voran. Bis Ende 2015 sollen über eine Million Haushalte an die ultraschnellen Datenleitungen angeschlossen sein. Der Zusammenschluss der Elektrizitätswerke aus Bern, Genf, Luzern, Meilen, St. Gallen, Oberwallis und Kanton Freiburg in der Firma Swiss Fibre Net (SFN) fördere den Infrastrukturwettbewerb.
"Die Leistungen der Stadtwerke zum Glasfaserausbau kann man nicht hoch genug einschätzen", sagte Furrer. "Wir haben einen gewissen Wettbewerb. Das ist besser, als wenn ich regulieren muss."
Zudem würden die Kabelnetzbetreiber die Telekomunternehmen herausfordern. Mittlerweile erreiche die Aufrüstung der Kabelnetze mit der Technik Docsis 3.0, die Geschwindigkeiten von über 100 Megabit pro Sekunde ermöglicht, rund 70 Prozent der Bevölkerung. Die Kabelnetzbetreiber hätten die Swisscom überhaupt erst zum Ausbau der Glasfasernetze angespornt, sagte Furrer.
LTE-Ausbau über Erwartungen
Auch die Auktion der Mobilfunkfrequenzen im Jahre 2012 sei ein Erfolg gewesen. "Der LTE-Ausbau (also der vierten Mobilfunkgeneration) übertrifft meine Erwartungen. Es ist toll, wenn es einen Qualitätswettbewerb gibt", sagte Furrer. Die Ziele der Telekomregulierung der 1990er-Jahre seien heute grösstenteils erreicht, sagte Furrer: "Wir haben heute tiefere Preise auch dank der technologischen Entwicklung." Zudem sei die Qualität hoch und die Grundversorgung sei gewährleistet.
Der Schweizer Telekommarkt sei sehr gut aufgestellt, auch wenn es Sachen gebe, die besser laufen müssten. So bedauerte es Furrer erneut, dass die Eidg. Wettbewerbskommission (Weko) die Fusion von Sunrise und Orange verboten habe. "Das war volkswirtschaftlicher Unsinn."
In Zukunft müsse man die Telekomregulierung fundamental überarbeiten, sagte Furrer: "Es ist ein Anachronismus ein Fernmeldegesetz (FMG) und ein Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) zu haben. Mittelfristig brauchen wir ein Kommunikationsgesetz."
Dieses solle den Rahmen vorgeben und nicht Details regeln. Staatliche Interventionen im Kommunikationsmarkt seien grundlegend zu überdenken und neu zu regeln. (sda)
03.12.2014
Telekom
Telekomregulator gegen Regulierung des Glasfaserzugangs
Regulierung würde Wettbewerb behindern.
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