30.10.2019

Venty

«TikTok wird im Werbemarkt immer mehr eine Rolle spielen»

«Venty»-Chef Ronny Nenniger spricht am Tag der Onlinewerbung am Donnerstag über Storytelling für die junge Zielgruppe. Im Interview sagt er, mit welcher Strategie der Social-Media-Brand seine Reichweite steigern will – und warum er dabei auf Facebook und YouTube verzichtet.
Venty: «TikTok wird im Werbemarkt immer mehr eine Rolle spielen»
Leitet den im Frühling lancierten Social-Media-Brand «Venty» von Tamedia: Ronny Nenniger. (Bild: Stevan Bukvic)
von Michèle Widmer

Herr Nenniger, können Sie mir sagen, wie man gratis ein Päckli Chips aus einem Selecta-Automat rauslassen kann?
Ich selber bezahle für Snacks meist und würde mir nie anmassen, etwas kostenfrei zu erstehen. Meine Mitarbeiter kennen aber offenbar gewisse Tricks.

Dieses «Venty»-Video wurde auf TikTok über eine Million Mal angeschaut. Bei einem anderen erfolgreichen Clip knackt der Moderator ein Lime-Bike. Warum funktionieren diese Inhalte so gut?
Ich gehe davon aus, dass es mit dem Spannungsbogen zu tun hat, den man innert weniger Sekunden aufbaut. Der TikTok-User will wissen, ob unsere Hacks auch wirklich funktionieren. Der Algorithmus tut den Rest.

Vertical, Fullscreen und Video: Was macht Storytelling 2.0 sonst noch aus?
Unser Team. Wir agieren frei von sämtlichen Konventionen, nehmen uns viel Zeit für den kreativen Prozess. Wir versuchen zudem, zeitgemässe und jugendaffine Themen in ein möglichst kreatives Umfeld zu transformieren.

«In einem ersten Schritt ging es uns darum, das Produkt sowie unsere Personalities zu entwickeln»

«Venty» soll die Reichweite von «20 Minuten» auf den sozialen Kanälen vermarkten. Wie erfolgreich waren Sie bisher damit?
Wir vermarkten keine Reichweite auf sozialen Kanälen. Wir nutzen die Reichweite von «20 Minuten» dazu, die Bekanntheit von «Venty» zu steigern. Dies manifestiert sich in durchschnittlich über 700'000 Unique Clients sowie in über 2,2 Millionen Visits im Monat. Auf Social Media haben wir noch Luft nach oben.

Wo genau zählen Sie diese monatlichen 700'000 Unique Clients und 2,2 Millionen Visits? Auf der Subdomain venty.20min.ch?
Diese Unique Clients und Visits zählen wir auf «20 Minuten» selber (App und Mobile).

Auf Facebook hat «Venty» knapp 14'000 Fans, auf Instagram 8000 Follower und auf YouTube bloss 55 Abonnenten. Sie sagten grad selbst – es gibt Luft nach oben. Was ist Ihre Strategie, um mehr Reichweite zu erhalten?
Einerseits arbeiten wir mit an Content-Formaten mit Viral-Potenzial, andererseits werden wir künftig die Social-Vektoren von «20 Minuten» nutzen, um in die Breite zu gehen. In einem ersten Schritt ging es uns darum, das Produkt sowie unsere Personalities zu entwickeln und zu schärfen.

Heute postet «Venty» die Beiträge nur noch auf TikTok und Instagram. Warum?
Weil unsere Zielgruppe hauptsächlich auf TikTok und Instagram verkehrt und uns das Potenzial von «Venty» auf diesen beiden Kanälen am grössten erscheint.

«TikTok wird in Zukunft eine ernstzunehmende Konkurrenz von Instagram»

Ihre Zielgruppe ist 18- bis 25-jährig. Ist die TikTok-Community nicht einige Jahre jünger?
Der Nachfolger von Musically befindet sich in einer Transformationsphase und lockt täglich Menschen an, die sich nicht im Teenager-Alter befinden. Dies sind weltweit bereits über eine halbe Milliarde Nutzer.

In der Schweiz ist TikTok allerdings noch in den Kinderschuhen. Wie gross ist das Interesse der Kunden an Werbung auf der App?
Derzeit hält sich das Interesse in Grenzen. In Deutschland jedoch lancierten namhafte Brands wie Samsung oder BMW bereits diverse Challenges. Auch hierzulande wird TikTok im Werbemarkt immer mehr eine Rolle spielen.

Welches Potenzial sehen Sie in der Plattform für den Schweizer Markt?
Grosses. TikTok bietet dem User zahlreiche Möglichkeiten und lässt ihn kreativ werden. Die Plattform dringt aus Sicht der User Experience in neue Sphären vor. Ich gehe davon aus, dass TikTok in Zukunft eine ernstzunehmende Konkurrenz von Instagram sein wird.

Zurück zu «Venty». Für welche Kunden haben Sie bisher Aufträge umgesetzt?
Wir arbeiteten unter anderem mit Swissmilk, SBB sowie der eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit zusammen.

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Welche neuartigen Werbemittel können Sie konkret anbieten?
Wir bieten Vertical Display sowie Vertical Video an. Zudem erstellen wir zusammen mit unseren Kunden Branded Content. Dieser soll nicht nur auf den Brand einzahlen, sondern auch bei der «Venty»-Zielgruppe auf Gegenliebe stossen.

«Venty» wurde im Frühling 2019 lanciert. Welche Zielvorgaben haben Sie für das laufende oder das nächste Jahr erhalten?
Dieses Jahr haben wir es uns zum Ziel gesetzt, auf «20 Minuten» 2 Millionen Visits zu erlangen. Wir stehen jetzt, wie erwähnt, bei 2,2 Millionen.


Ronny Nenniger ist Leiter von «Venty», dem Storytelling-Format, das «20 Minute» im März lanciert hat. In seinem Referat am Tag der Onlinewerbung von Goldbach am Donnerstag spricht er über das neue Storytelling für die junge Zielgruppe.

Die Fragen wurden schriftlich beantwortet.



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Kommentare

  • Ueli Custer, 31.10.2019 07:25 Uhr
    Tik Tok hat in der Schweiz noch einen langen Weg vor sich. Gemäss dem in diesem Sommer erhobenen IGEM-DigiMONITOR 2019 nutzen es 1,4% der Bevölkerung und 3% der 15-34-jährigen mindestens gelegentlich.
  • Julian Stauffer, 31.10.2019 07:34 Uhr
    Venty ist ein kläglicher Versuch, dem Izzy Magazine Konkurenz zu machen. Leider fehlt es den Protagonisten an Charisma, die Stories sind gefaked und fantasielos. Man kann Izzy nicht einfach kopieren. Es braucht einen C. Schild und ein Team dahinter, welches eben einfach machen kann was es willl. Der Impuls bei Venty war: macht dem und diesem Konkurenz, bei Izzy war es: wir brauchen ein geiles Team, wir haben Geld und und wir geben Gas. Natürlich nutzen sie TikTok Mediengerecht, aber es ist Blutleer. Auch interessant: die Leute schauen immer nur auf Impressions, ja ok die sind vielleicht hoch. Aber wenn man die Kommentare liest, ergibt sich nochmals ein anderes Bild. Die Kids sind nicht so dumm wie die Verlage gerne hätten.

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