26.05.2020

Covid Tracing App

«Wir sind stolz, weltweit die ersten zu sein»

Als allererstes Projekt nutzt die Tracing-App der Zürcher Digitalagentur Ubique die Schnittstellen von Apple und Google. CEO Mathias Wellig erklärt die Hintergründe der Zusammenarbeit mit dem Bund bei der Corona-Warn-App.
Covid Tracing App: «Wir sind stolz, weltweit die ersten zu sein»
Entwickelt zusammen mit dem Bund, EPFL und ETH sowie mit Google und Apple die SwissCovid-App: Mathias Wellig, CEO von Ubique. (Bilder: Keystone/Ubique)
von Edith Hollenstein

Herr Wellig, die Tracing-App startet nun in die Pilotphase, aber erst mit einer längeren Verzögerung. Was für Folgen hatte dies für Ihre Arbeit?
Ursprünglich hatten wir intern ja den 11. Mai als Veröffentlichungsdatum geplant. An diesem Zeitpunkt hätten wir noch auf unsere eigene Implementation der Bluetooth-Kommunikation gesetzt. Durch den späteren Pilotstart können wir nun direkt auf die Schnittstellen von Apple und Google setzen und sind somit heute das erste Projekt weltweit, dass diese Funktionen nutzt.

Was bedeutet es für die App, dass diese API-Schnittstellen von Google und Apple zur Verfügung stehen?
Dass wir nun weltweit die ersten sind, die eine produktive App haben, die auf die Schnittstelle von Google und Apple setzt, macht uns stolz. Das ist eine technische Pionierleistung der Schweiz – und für uns als App-Entwickler quasi ein Ritterschlag. Die Schnittstellen bringen uns direkten Systemsupport für die Bluetooth-Kommunikation und dadurch verbesserte Performance und Stabilität. Mit der Schnittstelle müssen wir nicht mehr für einzelne Geräte spezifisch optimieren und können uns darauf verlassen, dass die nötigen Funktionen sicher im Hintergrund laufen.

Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus der Test-Phase?
In der Test-Phase der letzten Tage haben wir insbesondere die neue Schnittstelle von Apple und Google testen können, bevor wir nun in den Pilot starten. Zudem hat diese Phase auch den Forschern der beiden ETHs gedient um die Kalibration der App weiter zu verfeinern.

Wie lange und mit wie vielen Leuten hat Ubique daran gearbeitet?
Angefangen haben wir am 26. März mit unserer privaten Initiative «Next Step». Seit dem arbeiten wir ununterbrochen am Projekt. Je nach Phase sind wir sicher mit 5 bis 20 Leuten dran gewesen. 

Und auch Ubique arbeitete von zuhause aus.
Ja, auch wir haben aufgrund der Corona-Krise auf einen vollständigen Home-Office-Betrieb umgestellt. So sind wir auf einen Schlag von einem KMU mit Sitz in Zürich zu einem internationalen Unternehmen mit Standorten in vier Ländern und elf Kantonen geworden (lacht). Insgesamt war der Prozess für uns eine enorm wertvolle Erfahrung, die das Team trotz der geographischen Distanz enger zusammengeschweisst hat. In sehr kurzen Abständen wechselten sich Probleme und Rückschläge mit Lösungen und Erfolgserlebnissen ab – es war eine sehr intensive, aber spannende Zeit.

Wie kamen Sie zu diesem Auftrag?
Anlässlich eines Hackathons von Mitte März haben wir mit der Programmierung von «Next Step» begonnen. Nach der Veröffentlichung unseres Codes zu «Next Step» haben wir uns der Initiative DP-3T, die von der EPFL und ETHZ initiiert wurde, angeschlossen. DP-3T steht für die selben Ziele, die wir mit «Next Step» hatten – Proximity Tracing zu ermöglichen ohne dabei auf die Privatsphäre verzichten zu müssen. Innerhalb des DP-3T Teams konnten wir durch unsere Erfahrung bei der Entwicklung von Mobile Apps mit kryptographischen Funktionen und Bluetooth-Kommunikation zurückgreifen.

Wie heisst die Tracing-App?
Die App heisst SwissCovid.

Weitere Details hat Ubique auf dem Firmenblog zusammengetragen. 



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