02.04.2024

Inside Kronenhalle

«Die Gäste haben Spitznamen»

Das berühmte Edelrestaurant am zürcherischen Bellevue steht im Zentrum einer dreiteiligen «DOK»-Serie, die am Freitag auf SRF 1 startet. Im Interview sagt Regisseurin Vanessa Nikisch, wie es ist, an einem Ort zu drehen, wo das Diskretionsgebot heilig ist.
Inside Kronenhalle: «Die Gäste haben Spitznamen»
«Der Fokus dieser Serie liegt aber bewusst auf den Mitarbeitenden und nicht auf den Gästen», sagt Vanessa Nikisch. (Bilder: SRF)
von Matthias Ackeret

Vanessa Nikisch, Sie haben zusammen mit Nathalie Rufer einen Dreiteiler zum hundertjährigen Jubiläum der Kronenhalle gedreht. Worin bestand für Sie die grösste Herausforderung?
In der Verschwiegenheit. Seit einem ganzen Jahrhundert hält die Kronenhalle das Diskretionsgebot hoch: Was hier passiert, bleibt auch hier. Aber als Filmteam wollten wir einem breiten Publikum einen ehrlichen Einblick ins Traditionsrestaurant gewähren – wahre Geschichten, ungeschönt und authentisch.

Lüftet die Serie Geheimnisse?
Absolut. Wir erfuhren zum Beispiel, dass die Mitarbeitenden den Gästen Spitznamen geben. «Brokkoli» ist so einer. Warum, ist unschwer zu erraten. Wer aufmerksam schaut, vermag das Rätsel, um wen es sich handelt, vielleicht zu lösen.

Gab es Vorgaben?
Nicht wirklich, nein. Überraschenderweise waren der Verwaltungsrat und der Direktor der Kronenhalle erstaunlich entspannt und gewährten uns viele Freiheiten. Einzig den reibungslosen Ablauf sollten wir nicht zu stark behindern, insbesondere im Gästebereich. Diese Tatsache ist kaum überraschend, wenn man bedenkt, dass selbst an der Beerdigung des einstigen Besitzers Gustav Zumsteg der Betrieb normal weiterlief und das Restaurant für die Gäste geöffnet blieb. 

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Peter Schärer, dem langjährigen Küchenchef. Er versprach Gustav Zumsteg vor dessen Tod, die Tradition der Kronenhalle fortzusetzen. Aufgrund seines Standings kann Schärer Dinge unverblümt aussprechen – was er vor der Kamera auch macht.

Wie gliedern Sie die «DOK»-Serie?
Die dreiteilige Serie skizziert insgesamt einen ganzen Tag und ist in «Mise en Place», «L’Entrée» und «La Grande Bouffe» unterteilt.

Gab es auch Gäste, die nicht vorkommen wollten?
Die Gäste wurden informiert, dass in der Brasserie Dreharbeiten stattfinden würden. Gäste, die nicht gefilmt werden wollten, wurden in anderen Bereichen des Restaurants platziert oder entschieden sich möglicherweise, an diesem Tag nicht zu kommen. Der Fokus dieser Serie liegt aber bewusst auf den Mitarbeitenden und nicht auf den Gästen.

 


Die «DOK»-Serie «Inside Kronenhalle – Luxus und Tradition im Kultrestaurant» startet am Freitag, 5. April, um 21 Uhr auf SRF 1 oder auf Play SRF.



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Kommentare

  • Erich Heini , 03.04.2024 11:11 Uhr
    Es ist en Gesamtkunsterk der Gastronomie. Und auch der Menschenführung.

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