13.02.2022

Abstimmungen

Gebildete für die Medienförderung

Eine Abstimmungsumfrage von 20 Minuten/Tamedia fördert interessante Zusammenhänge zutage.
Abstimmungen: Gebildete für die Medienförderung
Ja oder Nein? Der Bildungsgrad entschied am auffälligsten über das Stimmverhalten. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Bildungsgrad, Einkommen und Wohnort haben einen Einfluss gehabt auf das Abstimmungsverhalten bei den eidgenössischen Vorlagen vom Sonntag. So befürworteten höher Gebildete eine Medienförderung, und auf dem Land gab es keine klare Mehrheit für ein Tabakwerbeverbot. Eine 20 Minuten-/Tamedia-Abstimmungsumfrage förderte weitere Zusammenhänge zutage.

Die Tier- und Menschenversuchsverbotsinitiative wurde stärker von Frauen befürwortet (25 Prozent) als von Männern (17 Prozent) und von Parteigängerinnen und -gängern der Grünen (GPS/34 Prozent), während die meisten Gegner bei SVP- (88 Prozent) und GLP-Parteigängerinnen und -gängern (Grünliberale/86 Prozent) zu finden waren.

Die Ablehnung stieg zudem mit der Höhe des Einkommens von 75 Prozent (ab 3000 Franken pro Monat) auf 84 Prozent (bei 11'000 Franken und mehr monatlich). Einen Einfluss auf das Abstimmungsverhalten hatte auch der Bildungsgrad: je höher die Ausbildung, desto stärker die Ablehnung der Tier- und Menschenversuchsverbotsinitiative – von 75 Prozent bei obligatorischer Schulbildung bis 85 Prozent bei einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss.

Auch beim Tabakwerbeverbot waren die Befürwortenden mit 59 Prozent stärker auf der Frauenseite vertreten; Männer stimmten zu 54 Prozent zu. Die grösste Zustimmung genoss die Initiative bei GPS- (88 Prozent) und bei SP-Parteigängerinnen und -gängern (81 Prozent), am wenigsten bei jenen der SVP (31 Prozent) und der FDP (39 Prozent).

Städte stärker gegen Tabakwerbeverbot

Auch der Wohnort spielte eine Rolle: In der Stadt waren 60 bis 62 Prozent für ein Tabakwerbeverbot, auf dem Land lediglich 50 Prozent. Der Bildungsgrad bestimmte das Abstimmungsverhalten ebenfalls: Personen mit obligatorischer Schulbildung (57 Prozent) und mit Berufslehre beziehungsweise Handelsdiplom (49 Prozent) befürworteten ein Verbot am wenigsten, dagegen Hoch- und Fachschulabsolventinnen und -absolventen mit 71 Prozent am stärksten.

Gegen die Abschaffung der Stempelsteuern waren mit 65 Prozent mehr Frauen als Männer (60 Prozent). Am meisten dagegen waren Parteigängerinnen und -gänger von SP (86 Prozent) und Grünen (GPS/85 Prozent), dafür wiederum waren am stärksten Parteigängerinnen und -gänger von FDP (63 Prozent) und SVP (51 Prozent). Die Zustimmung  zu einer Abschaffung stieg auch mit dem Einkommen – auf bis zu 49 Prozent bei 11'000 Franken und mehr pro Monat.

Deutlich mehr Frauen als Männer befürworteten eine Medienförderung: 49 zu 41 Prozent. Am meisten Anhängerinnen und Anhänger hatte das Medienpaket bei Parteigängerinnen und -parteigängern der SP (75 Prozent) und der Grünen (GPS/72 Prozent), am wenigsten bei jenen von SVP (14 Prozent) und FDP (37 Prozent).

Gebildete für Medienförderung

Der Bildungsgrad entschied am auffälligsten über das Stimmverhalten. So erhielt die Medienförderung bei Absolventinnen und Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen 60 Prozent Zustimmung, bei jenen von Diplommittelschule, Gymnasium, Fach- oder Berufsmatur sowie Lehrerseminar immer noch 52 Prozent. Personen mit obligatorischer Schulbildung befürworteten eine Medienförderung bloss mit 37 Prozent.

Die Städte waren eher für die Medienförderung (47 bis 54 Prozent, je nach dem, ob Agglomeration oder Stadt), die Landbevölkerung deutlich weniger (39 Prozent). Auch das Alter spielte eine Rolle: die stärkste Zustimmung erhielt die Medienförderung mit 50 Prozent bei den über 65-Jährigen.

Das Einkommen spielte eine eher untergeordnete Rolle beim Stimmverhalten. Tendenziell mehr Zustimmung für eine Medienförderung war dennoch zu beobachten bei höheren Einkommen: am meisten Zustimmung gab es mit 48 Prozent bei Monatseinkommen von 7000 bis 11'000 Franken.

Die Resultate der Umfrage basieren auf 11‘411 nach demographischen, geographischen und politischen Variablen modellierten Antworten von Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmern (8857 aus der Deutschschweiz, 2268 aus der Romandie und 286 aus dem Tessin) zwischen dem 10. und 13. Februar. Der Fehlerbereich wird mit plus/minus 1,8 Prozentpunkten angegeben.

Die 20 Minuten-/Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH durchgeführt. LeeWas modelliert die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. (sda/cbe)



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