14.04.2014

Italien

Kulturministerium fordert Bericht über "Fall Pereira"

Der künftige Chef der Scala wegen Verkauf von sechs grossen Opern im Visier.

Der Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, der im Oktober Chef der Scala wird, gerät wegen des Verkaufs von sechs grossen Opern aus Salzburg an das Mailänder Opernhaus ins Visier des italienischen Kulturministeriums. Das Ministerium hat den Scala-Aufsichtsrat gebeten, einen Bericht über den Deal zu verfassen, teilte der Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia mit.

"Eine sehr heikle Diskussion ist im Gange. Viele Aspekte müssen vertieft werden. Das Kulturministerium hat einen Bericht über den Fall gefordert", berichtete Pisapia, Präsident der Stiftung, die die Scala kontrolliert. Der Bürgermeister wollte die Frage nicht beantworten, ob er die Designierung Pereiras, dessen Vertrag als Scala-Intendant am 1. Oktober in Kraft tritt, in den Raum stelle.

"Wir haben Pereira um einen Bericht mit den Dokumenten über den Opern-Kauf gebeten, den wir dem Ministerium vorlegen wollen. Wir können jetzt nicht voreilig urteilen. Die Situation ist heikel", so Pisapia nach Medienangaben am Ende einer dreistündigen Sitzung des Scala-Aufsichtsrats.

Pereira nicht überrascht 
Pereira hat sechs grosse Opern von Salzburg für sein künftiges Opernhaus übernommen. Damit sorgte er für einen leichten Überschuss im Festspielbudget des Jahres 2013. "Ich hätte meine Produktionen an andere Theater für mehr Geld verkaufen können. Die Scala hat ein  Geschäft gemacht", hatte Pereira im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Samstag betont.

Pereira hatte sich über die Aufregung rund um den Verkauf der Salzburger Produktionen an die Scala nicht überrascht erklärt. "Es gibt Personen, die auch nicht resigniert haben, nachdem ich zum Scala-Intendanten ernannt worden bin. Nachdem sie gegen Stephane Lissner, den noch amtierenden Scala-Intendanten, agitiert haben, waren sie sicher, dass sie seine Stelle erobern würden, ohne sie verdient zu haben. Bis jetzt haben sie es nicht geschafft", kommentierte Pereira. (sda)


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