In den USA ist "The Lego Movie" ein riesiger Erfolg. Nun kommt das Bauklötzchen-Abenteuer in die Deutschschweizer Kinos (Kinostart am 10. April). Ist zwar pure Werbung. Überrascht aber mit Witz und Selbstironie.
"Die Prophezeiung sagt, dass du die wichtigste Person im ganzen Universum bist. Das bist du doch, oder?", fragt Actionheldin Wyldstyle das gewöhnliche Plastikmännchen Emmet. Emmet ist zwar nicht der Auserwählte. Er muss aber von da an trotzdem einem skrupellosen Fiesling den Garaus machen. Dieser Lord Business mit der Stimme von Will Ferrell baut sich nämlich die Welt so, wie es ihm gefällt, genau nach Anleitung. Allerdings hat er nicht mit den rebellischen Lego-Figuren gerechnet, die lieber verrückte Sachen bauen wollen.
In dem kurzweiligen Animationsabenteuer von Warner Bros steckt die ganze Lego-Philosophie in einer Nussschale. Wer hat schon in die Bauanleitung geguckt, wenn früher unter dem Weihnachtsbaum ein Lego-Set lag? Aus einem Bausatz kann alles werden, was die Fantasie und die Steinchen hergeben: Raumschiff, Düsenjet, U-Boot oder ein Haus.
Lord Business sieht das anders. Seine gehorsamen Baumeister stapeln die Klötzchen strikt so aufeinander, wie er das vorgibt. Und dann plant er auch noch das Ende der Welt. Zum Glück machen sich der vermeintliche Meisterbauer Emmet Brickowoski ("Ich bin ein ganz einfacher, normaler Typ") und die rabiate Wyldstyle ("Aloha, ihr Loser!") gemeinsam auf, die Welt zu retten.
With a little help of my friends
Dabei landen sie in jeder Menge Lego-Universen, vom wilden Westen bis Wolkenkuckucksheim und finden unter anderem Unterstützung bei Batman, der allerdings lieber Emmet die Heldenrolle überlässt. "The Lego Movie" bedient sich damit der üblichen Klischees. Der einfache Arbeiter Emmet wächst mit der Hilfe seiner Freunde über sich hinaus. Werte wie Selbstvertrauen, Zusammenhalt und Freundschaft sind wichtig, soll der Film seinen kleinen und grossen Zuschauern sagen. Dass sich die Lego-Figuren dabei nicht besonders geschmeidig, sondern eher abrupt und rucklig durch ihr Abenteuer bewegen, ist gewollt.
Die Regisseure Phil Lord und Christopher Miller ("Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen") wollten keine optische Perfektion, sondern den typischen Charakter des Lego-Bauens rüberbringen, als sie den Figuren Leben einhauchten. Und: Alle Bauwerke im Film sollten in der Realität nachbaubar sein.
Der Rubel rollt
Mehr als drei Millionen individuelle Legosteinchen sind laut Verleih in dem aufgekratzten Animationfilm eingebaut, mehr als 180 Mini-Figuren tauchen auf. Um ihr Filmuniversum zu schaffen, haben die Macher im Büro selbst Steinchen gestapelt.
Wer die bunte Bauklötzchenwelt von Lego bislang noch nicht kannte, kennt sie jetzt. In den USA hat sich "The Lego Movie" wochenlang auf Platz Eins gehalten und seit Februar 248 Millionen Dollar eingespielt. Doch an der Kinokasse hört die Werbung längst nicht auf. Im Handel gibt es dazu Bausets zu den Filmszenen zu kaufen, vom fliegenden Müllschlucker bis zum Wolkenkuckucksheim Palast. Kein Wunder also, dass alle Beteiligten zufrieden sind und schon über eine Fortsetzung spekuliert wird. (sda)

