10.06.2012

Pieter Hugo

Südafrikanischer Fotograf zeigt unbekannte Facetten

Ausstellung im Lausanner Musée de l'Elysée.

Das Musée de l'Elysée in Lausanne zeigt seit Freitag die erste grosse Einzelausstellung des Fotografen Pieter Hugo. Der Südafrikaner schuf in rund zehn Jahren ein starkes Oeuvre, das wenig bekannte Facetten Afrikas südlich der Sahara beleuchtet. Die Ausstellung mit dem Titel "This Must Be The Place", die vom The Hague Museum of Photography entwickelt wurde, zeigt rund hundert grossformatige Bilder aus elf Serien, die Hugo seit 2003 realisiert hat. Der Fotograf kam 1976 in Johannesburg zur Welt.

Hugo habe damit das Ende der Apartheid und den darauffolgenden Umbau der südafrikanischen Gesellschaft erlebt, sagte Chefkonservator Daniel Girardin vor den Medien. Die Beziehungen zwischen Armen und Reichen, Schwarzen und Weissen sowie zwischen Menschen und Tieren prägten das Schaffen Hugos. Er zeigt beispielsweise an der Leine gehaltene Hyänen, Richter in Botswana mit ihren altertümlichen Perücken und afrikanische Albinos aber auch seine eigene Familie und seine Freunde. Am wohl bekanntesten ist Hugos Serie "Nollywood" über die florierende nigerianische Filmindustrie.

Während die Schau mit den Werken von Pieter Hugo die oberen Stockwerke des Museums belegt, ist im Untergeschoss die Serie "Asylum" von Roger Ballen zu sehen. Der US-Amerikaner lebt seit den 1970er Jahren in der Gegend von Johannesburg. Seit 2008 dokumentiert Ballen insbesondere eine Wohlfahrtseinrichtung, in der neben Randständigen auch Vögel leben. Schliesslich präsentiert das Musée de l'Elysée bis am 2. September zwei Alben des Schweizer Fotopioniers Adrien Constant-Delessert (1806-1876), die es im November in Paris ersteigern konnte.

Die "Nacht der Bilder", die 2011 mit grossen Erfolg stattfand, wird in Lausanne auch dieses Jahr wieder durchgeführt. Am Freitag, 22. Juni, werden im Garten den Museums von 18 Uhr bis um 2 Uhr in der Nacht Bilder von 50 Künstlern auf sechs Leinwände projiziert. Eine besondere Hommage ist dabei für den 82-jährigen Lausanner Fotografen Marcel Imsand geplant, dessen Archiv mit 200'000 Elementen das Musée de l'Elysée im Februar übernehmen konnte. Auf dem Programm stehen ausserdem vier Konzerte, Aktivitäten für Kinder sowie ein "kleiner Salon des Fotobuches". (sda)


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