Der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (MELANI) sind die Daten für den Zugang zu rund 100'000 Internetseiten zugespielt worden. Umgehend informierte MELANI die Eigentümer der Webseiten im In- und Ausland über die Gefahr. Hacker hatten die Daten gesammelt, um auf den Webseiten dank den Zugangscodes schädliche Software zu installieren. In der Schweiz waren gemäss einer MELANI-Mitteilung rund 150 Internetseiten betroffen.
130 von ihnen waren bereits mit schädlicher Software - sogenannter Malware - infiziert, wie MELANI-Leiter Pascal Lamia am Montag auf Anfrage erklärte. Auch von den Internetseiten im Ausland seien viele bereits befallen gewesen. MELANI war von einer Privatperson auf die Daten aufmerksam gemacht worden. Der Betreiber des Blogs "Swiss Security Blogs abuse.ch" habe die Daten bei seinen Missbrauchs-Recherchen im Internet entdeckt und an MELANI weitergeleitet, erklärte Lamia.
Konkret handelt es sich um die Zugangsdaten für FTP-Konten. Über diese Adressen können die Eigentümer und Betreiber einer Internetseite die Inhalte ihrer Webseite verändern. Die Meldestelle MELANI habe die Daten geprüft und danach über die Provider die betroffenen Konteninhaber im In- und Ausland informiert und so vor weiterem Schaden bewahrt, sagte Lamia weiter.
Die Cyber-Kriminellen, die die Daten gesammelt hatten, versuchen dank dem Installieren von Malware Computer von weiteren Internetnutzern zu infizieren. Ihr eigentliches Ziel ist es, dank der Malware an wichtige Informationen wie beispielswiese Kontoinformationen des Zahlungsverkehrs zu gelangen, um sich so finanziell zu bereichern. (sda)


