20.03.2019

Karrer Heinz/September 2018

Karrer Heinz/September 2018

Die Schweizer Wirtschaft steht vor grossen Herausforderungen. Zum einen der Rahmenvertrag mit der EU, der von vielen Seiten torpediert wird, zum anderen die veränderte Wirtschaftslage. Mittendrin steht Economiesuisse, der mächtige Dachverband der Schweizer Wirtschaft. Seit genau fünf Jahren ist Heinz Karrer deren Präsident. «persönlich» hat den langjährigen Topmanager und Bergsteiger am Hauptsitz in Zürich getroffen.
Karrer Heinz/September 2018: Karrer Heinz/September 2018

Herr Karrer, wie gehen Sie als Siegertyp damit um, dass der von Economiesuisse propagierte Rahmenvertrag mit der EU plötzlich vor dem Aus steht?
Im Handball habe ich sowohl Sieg als auch Niederlage erlebt. Diese Erfahrung war für meine berufliche Karriere sehr wichtig. Auch jetzt. Denn ich habe gelernt, zu kämpfen.

War der Spitzensport Ihre wichtigste «Lebensschule»?
Ob sie am wichtigsten war, weiss ich nicht. Aber sicherlich konnte ich in meiner beruflichen Laufbahn viel von den Erfahrungen im Spitzensport profitieren.

Und welche Erkenntnisse hatten Sie als zweifacher Schweizer Meister?
Mehrere. Als Spitzensportler muss man sich auf ein Spiel konzentrieren und dabei seine volle Leistung abrufen können. Dazu gehört auch Durchhaltewille, also die Fähigkeit, sich an der Leidensgrenze zu bewegen. Und zudem lernt man im Handball, wie wichtig ein gut funktionierendes Team ist.

Wie steht es um Ihre Leidensfähigkeit beim Rahmenvertrag?
(Lacht.) Diese ist noch nicht voll ausgeschöpft. Für uns war zudem immer wichtig: Inhalt vor Zeit. Selbst wenn es in den Verhandlungen mit der EU ein Zeitfenster gäbe, hätte ein für uns gutes Verhandlungsresultat oberste Priorität. Der Bundesratswechsel von Didier Burkhalter zu Ignazio Cassis brachte wieder Fahrt in die Verhandlungen. Doch die Schwierigkeiten bei den flankierenden Massnahmen, aber auch die Erwartungen der EU und die Kritik in der Schweiz zeigen, dass die Situation alles andere als einfach ist. Aber wir dürfen nicht vergessen: 50 Prozent unserer Exporte gehen in die EU. 20 Prozent der Wertschöpfung in unserem Land verdanken wir also dem Handel mit der EU.

Aus Ihrer Sicht: Ist ein solcher Rahmenvertrag überhaupt noch möglich?
Ja, davon sind wir immer noch überzeugt. Wenn nicht in diesem Zeitfenster, dann im nächsten.



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