17.07.2018

Maurer Ueli/April 21018

Maurer Ueli/April 21018

Was keiner erwartet: Ueli Maurer ist der Schweizer Digitalminister. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit baut er das behäbige Finanzdepartement zu einem digitalen Vorzeigeministerium um. Damit will er den Kontakt zu den Bürgern vereinfachen. Ein Gespräch mit dem SVP-Bundesrat über die Herausforderungen des Mammutprojekts, die Vorzüge der Kryptowährungen und seine Pläne als Bundespräsident im nächsten Jahr.
Maurer Ueli/April 21018: Maurer Ueli/April 21018

Herr Bundesrat Maurer, Sie sind der heimliche Digitalminister der Schweiz. Wann sind Sie erstmals mit der Digitalisierung in Kontakt gekommen?

Als Vorsitzender des Steuerungsausschusses E-Government Schweiz habe ich realisiert, welches Potenzial die Verwaltung bei der Digitalisierung hat. Die Verwaltung agiert oftmals noch zu wenig bürgerfreundlich. Ihre Aufgabe ist es, sich für den Bürger einzusetzen, und dabei kann die Digitalisierung ein wichtiges Hilfsmittel sein.

Was heisst das konkret?

Die Digitalisierung kann den Bürgern den Alltag erleichtern. Beispielsweise bei einem Umzug. Wir haben nun durchgesetzt, dass man sich zukünftig elektronisch von zu Hause aus an- oder abmelden kann, ohne auf ein Amt gehen oder einen Brief schreiben zu müssen. 

Haben Sie schon als Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (BVS) die Bedeutung der Digitalisierung erkannt?

Beim Militär hält die Digitalisierung schon länger Einzug, ohne dass dieser Begriff ausdrücklich verwendet wird. Dies zeigt sich bereits, wenn der Radar eines Flugzeuges ein Objekt erkennt und dies der Bodenstation meldet, worauf diese die notwendigen Schlüsse zieht. Diese Abläufe passieren alle medienbruchfrei. Es gibt für mich auch keine einheitliche Definition des Begriffs Digitalisierung, er muss bei jedem Projekt neu definiert werden.

Sie haben als Finanzminister nun eine Digitalisierungsplattform eingeführt. Worum geht es da?

Mit der Plattform Digitalisierung, wie wir sie nennen, versuchen wir die Beziehung des Bürgers zum Zoll oder zu den Steuerbehörden oder zu weiteren Partnern der Bundesverwaltung zu erleichtern. Unser Ziel ist es, dass die Bürger ihre Steuererklärung oder ihre Zollgeschäfte mit dem iPhone abwickeln können. Dies bedeutet aber auch, dass die anschliessenden Prozesse innerhalb der Verwaltung automatisch erfolgen. Vielerorts setzt man das Aufschalten einer Website mit Digitalisierung gleich. Das ist ein Missverständnis. Richtige Digitalisierung bedeutet, dass der ganze Ablauf ohne menschliche Hilfe erfolgt.



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