11.02.2026

Halbierungsinitiative

Breite Allianz der Musikszene sagt Nein

Das Kollektiv «Musikvielfalt-Initiative» hat eine Kampagne gegen die SRG-Initiative lanciert, die am 8. März zur Abstimmung kommt. Unterstützt wird die Gegenkampagne von zahlreichen Musikverbänden sowie von Künstlerinnen und Künstlern.

Unter dem Motto «Weniger öffentliches Radio heisst weniger Schweizer Musik» macht sich das Kollektiv für ein Nein zur Halbierungsinitiative stark. Die Kampagne setzt auf eine Video-Produktion, unterlegt mit Musik von Schweizer Künstlerinnen und Künstlern wie Yello, Lo & Leduc und Crème Solaire. Strategie und Kreation der Kampagne stammen vom Werber Johannes Raggio.

«Die SRG ist eine zentrale Plattform für das enorm vielfältige Musikschaffen von Pop, Klassik bis Volksmusik, das in unserem Land entsteht», wird Janina Neustupny von der Musikvielfalt-Initiative in einer Mitteilung zitiert.

Die Initiative warnt vor massiven Folgen für die Medienlandschaft: Laut einer Berechnung der Wochenzeitung WOZ drohen bei einem Ja ganze 18 Prozent der Medienlandschaft wegzubrechen. Dies hätte direkte Auswirkungen auf die Musikszene, da durchschnittlich 38 Prozent und in vielen Sendungen sogar über 50 Prozent der im öffentlich-rechtlichen Radio gespielten Musik von Schweizer Musikerinnen und Musikern stammt.

Künstlerinnen und Künstler warnen vor Konsequenzen

Die Sängerin To Athena betont ihre Abhängigkeit vom Service public: «Als Musikerin bin ich auf einen starken Service public angewiesen: Die SRG macht einen grossen Teil der Schweizer Musik erst sicht- und hörbar». Auch die progressive Volksmusikerin Simone Felber appelliert an die Bedeutung der SRG: «Die Halbierungsinitiative setzt die Musikvielfalt aufs Spiel. Sie reduziert die Möglichkeit, Volksmusik einem breiten Publikum zugänglich zu machen.»

Lo & Leduc sieht die Tragweite noch grundsätzlicher: «Nicht einzelne Programme stehen zur Debatte, sondern der öffentliche Raum selbst. Nein zur Halbierungsinitiative», findet das Berner Duo.

Breite Unterstützung aus der Branche

Die Kampagne wird von zahlreichen Organisationen getragen. Neben Suisa, dem grössten Schweizer Berufsverband für Musik Sonart und Helvetiarockt unterstützen auch Swiss Music Export und der Verband Schweizer Clubs und Festivals Petzi die Initiative. Für viele professionelle Musikschaffende stellt das Entgelt für die Nutzung und Übertragung ihrer Musik in staatlichen Medien eine wichtige Einnahmequelle dar.

Zu den unterstützenden Künstlerinnen und Künstlern zählen nebst den bereits zitierten weitere wie Trauffer, Dino Brandão, Nathalie Froehlich, The Jackets und viele mehr. Das Kollektiv «Musikvielfalt-Initiative» setzt sich seit der Lancierung der gleichnamigen kantonalen Vorlage in Basel-Stadt für vielfältige Musikförderung in der Schweiz ein. (pd/cbe)

Credits

Verantwortlich bei Musikvielfalt-Initiative: Janina Neustupny, Kim Bollag, Fabian Gisler, Victor Moser, Johannes Raggio; Strategie und Kreation: Johannes Raggio; Musik: Yello, Lo & Leduc, To Athena, The Jackets, Nathalie Froehlich, Simone Felber, Crème Solaire, Dino Brandão; Regie und Produktion: Zweihund, Jonas Meier; Postproduktion: Südlich-t Zürich; Sounddesign und Mix: Victor Moser; Media: OnlineKarma.


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KOMMENTARE

Boris Spring
11.02.2026 14:39 Uhr
Weniger Trauffer dank Initiative? Her damit.
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