Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) wollte die Bevölkerung über den Zustand der Biodiversität sensibilisieren. Geplant war eine Kampagne über vier Jahre mit einem Budget von 8,7 Millionen Franken. Nun wurde die Ausschreibung abgebrochen, wie aus der Beschaffungsplattform Simap hervorgeht.
«Im Verlauf der letzten Monate haben sich die Rahmenbedingungen (…) grundlegend verändert», heisst es in der Begründung. «Am 8. September 2020 hat der Trägerverein ‹Ja zu mehr Natur, Landschaft und Baukultur› die Volksinitiative ‹Für die Zukunft unserer Natur und Landschaft (Biodiversitätsinitiative)› eingereicht. Diese verlangt einen stärkeren Schutz der Biodiversität und Landschaft. Der Bundesrat hat am 4. Dezember 2020 beschlossen, einen indirekten Gegenvorschlag zu erarbeiten. Staatspolitisch wäre es problematisch, wenn der Bund eine Kampagne zu einem Thema durchführen würde, welches Gegenstand einer hängigen Volksinitiative ist. Das Bafu hat deshalb entschieden, auf die Kommunikationsdienstleistungen, die über dieses WTO-Verfahren hätten beschafft werden sollen, zu verzichten.»
Dieser Abbruch könnte ein politisches Nachspiel haben, wie der Tages-Anzeiger in der Ausgabe vom Mittwoch schreibt. Demnach hätten es drei Kommunikationsagenturen bereits in die engere Auswahl geschafft. Rund 800'000 Franken hätten sie bisher in die Ausschreibung investiert. Der Bund will laut Tagi den Agenturen je 10'000 Franken als Entschädigung zukommen lassen. Damit seien diese jedoch nicht einverstanden. (cbe)

