21.09.2022

Brinkertlück Schweiz

Den Prostituierten Sicherheit bieten

Die Agentur lanciert für die Frauenzentrale Zürich die Kampagne «Für eine Schweiz ohne Freier». Die Kampagne will die Gesellschaft über das Thema Prostitution aufklären und sensibilisieren.

In der Schweiz gehen rund 20'000 Frauen, darunter hauptsächlich Migrantinnen, der Prostitution nach. 350'000 Männer sind mindestens einmal pro Jahr Freier, wie es in einer Mitteilung heisst. Ob die Frauen die Arbeit freiwillig machen, kann kaum erkannt werden. «Jeder Mann, der ins Bordell geht, muss damit rechnen, Sex mit einer Zwangsprostituierten zu haben», wird Olivia Frei, Geschäftsführerin der Frauenzentrale Zürich, zitiert. «Dabei arbeiten die Frauen unter menschenunwürdigen Bedingungen – und 60 bis 80 Prozent der Prostituierten werden regelmässig sexuell oder psychisch missbraucht.» Selbstbestimmtes Handeln sei für viele nicht möglich – denn sie würden das Geld brauchen und hätten keine andere Wahl.

«Parallel zu dieser Entwicklung ist Women Empowerment ein absolut starkes gesellschaftliches Thema. Aber warum nicht auch, wenn es um Frauen geht, die zur Prostitution gezwungen wurden? Wie steht es um das Stärken des Frauenbilds, wenn das in der Schweiz immer noch möglich ist?», so Dennis Lück, Mitgründer und Geschäftsführer von Brintkertlück Schweiz. «Genau das war unser Startpunkt für unsere Botschaften.»

Die Kampagne startet laut Mitteilung zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt. Denn am Montag, 19. September, hat die Frauenzentrale Zürich ihre Anfrage für Ausstiegshilfe für Menschen in der Prostitution beim Regierungsrat eingereicht. Ihr Ziel: Den Prostituierten Sicherheit bieten und die aktuelle Regelung des Sexgewerbes in der Schweiz öffentlich hinterfragen. Dafür fordert sie vom Kanton Zürich Antworten rund um die Ausstiegsprogramme und möchte mit ihrer Kampagne «Für eine Schweiz ohne Freier» die Gesellschaft aufklären und sensibilisieren.

Sonja Rueff-Frenkel, Vize-Präsidentin der Frauenzentrale Zürich, sagt: «Wir setzen uns dafür ein, dass jede Frau frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt über die eigene Sexualität bestimmen kann. Deshalb müssen auch Ausstiegsprogramme zur Verfügung gestellt werden». Alexandra Müller, Leiterin Marketing und Kommunikation bei der Frauenzentrale, ergänzt: «Was in der Prostitution passiert, stellt in so vielen Fällen eine Verletzung der Menschenwürde dar. Gleichzeitig bedeutet Prostitution auch immer Gewalt an Frauen. So verunmöglicht die Prostitution die Gleichberechtigung. Women Empowerment darf nicht bei fast 20'000 Prostituierten aufhören.»

Die Kampagnenmotive und die Botschaften werden sowohl als statische wie auch als Bewegtbildformate eingesetzt. (pd/cbe)



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