05.11.2019

Farner kauft Rod

«Die Entscheidung ist uns sehr leicht gefallen»

Rod gehört neu zu Farner. Warum haben die drei Partner ihre Agentur verkauft? Wie eng werden sie mit dem Kreativ-Team von Philipp Skrabal zusammenarbeiten? Rod-Geschäftsführer Pablo Koerfer beantwortet die drängendsten Fragen.
Farner kauft Rod: «Die Entscheidung ist uns sehr leicht gefallen»
Pablo Koerfer ist seit 2012 Partner und Geschäftsführer von Rod Kommunikation. (Bild: zVg.)
von Edith Hollenstein

Herr Koerfer, Rod, die junge, wilde, progressive Agentur geht unter das Dach von Farner. Warum passt Rod zur ältesten und doch eher konservativen Agentur?
So gross sind die Unterschiede gar nicht. Sowohl Farner als auch Rod erarbeiten integrierte Kommunikations-Kampagnen mit starken PR-Effekten, beide Agenturen haben eine grosse Leidenschaft für Wirksamkeit und uns eint definitiv die inhabergeführte, unternehmerische DNA. Ich glaube, das Bild der konservativen Agentur entspricht einer veralteten Sichtweise. Wir nehmen Farner wahr als die digitalste und innovativste Agentur der Schweiz.

Was gab für Sie den Ausschlag, alle Aktien an Farner zu verkaufen?
Wir sind eine mittelgrosse Agentur, unsere Konkurrenten sind die grössten und besten Agenturen im Land. Mit diesem Schritt schaffen wir unseren Kunden einen Zugang zum komplettesten Kommunikationsangebot, z.B. Technologie oder Spezialdisziplinen wie Change Management, Branding oder Performance-Marketing, nur um ein paar zu nennen. Aber wir verstehen uns auch auf einer persönlichen Ebene sehr gut, das ist für uns entscheidend, um gemeinsam Erfolg zu haben.

Sind Sie nun ein reicher Mann?
Sie verstehen, dass wir zu den Details des Deals keine Auskunft geben. Wichtig ist uns aber zu sagen, dass wir uns als Partner an Farner beteiligen.

«Punktuell werden wir die Kräfte bündeln»

Sie selber waren bei der Agenturgründung vor 12 Jahren noch nicht dabei, jedoch Regula Bührer Fecker und David Schärer. Für wen von Ihnen drei Partnern war die Entscheidung am Schwierigsten?
Die Entscheidung ist Regula, David und mir sehr leicht gefallen. Wir alle drei sind in der Mitte unserer Karriere und die Aussicht, die nächsten Jahre gemeinsam mit den besten Köpfen des Landes zusammenzuarbeiten und unternehmerisch tätig zu sein, ist ein tolle Perspektive.

Ihre Agentur gehört nun zu 100 Prozent Farner. In welche Richtung denken Sie, wird Roman Geiser Rod weiterentwickeln wollen?
Rod bleibt als Marke bestehen, Rod bleibt am Standort an der Bürglistrasse in Zürich, Geschäftsleitung und Team bleiben bestehen und unsere kreative Handschrift werden wir weiter prägen. Was sich verändert ist, dass unsere Kunden Zugang zum komplettesten Kommunikationsangebot bekommen, die Kunden von Farner erhalten Zugang zu einem zweiten, schlagkräftigen Kreativteam.

Per wann wird der Schritt vollzogen?
Per sofort.

«Uns verbindet der liberale Geist»

Farner besitzt ja bereits eine Werbeagentur. Wie werden Sie sich vom Team rund um Kreativchef Philipp Skrabal abgrenzen?
Die Teams rund um Philipp bei Farner bei Rod mit Mateo Sacchetti agieren selbständig und positionieren sich eigenständig am Markt. Es kann aber durchaus sein, dass wir punktuell die Kräfte bündeln und zusammenarbeiten.

Rod steht der Operation Libero sehr nahe, Farner der FDP oder anderen ausgesprochen wirtschaftsfreundlichen Akteuren. Das passt gut zusammen. Gibt es Synergien, die Sie nutzen können?
Wir sind beides Agenturen mit reichhaltiger Erfahrung und einer grossen Freude am politischen Campaigning, uns verbindet der liberale Geist. Ja, von daher passt das sehr gut zusammen.

Was für weitere Vorteile entstehen für Rod durch die neue Eigentümerschaft?
Unsere Kunden profitieren vom bestmöglichen Kommunikationsangebot, nach wie vor mit der gewohnten Handschrift, aber mit Zugang zu mehr Spezialwissen, gerade im Bereich Technologie. Ansonsten ändert sich für unsere Kunden nichts, das Team und die Führungsmannschaft bleiben ja bestehen.

Wie werden das die Kunden spüren? Können Sie ein Beispiel machen?
Wir haben da etwas in der Pipeline. Eine Kampagne, die internationale Ausstrahlung haben soll. Lassen Sie sich überraschen.

Pablo Koerfer hat die Fragen schriftlich beantwortet.

 

 



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