11.05.2020

Serie zum Coronavirus

«Die Kellner der Kronenhalle tragen Masken»

Seit Montag ist die weltberühmte Kronenhalle in Zürich wieder offen. Mit welchem Schaden rechnen die Betreiber? Werberin Regula Bührer Fecker ist Verwaltungsrätin. Sie erklärt in der Folge 40 unserer Serie die Hintergründe.
von Matthias Ackeret

Frau Bührer Fecker, Sie sind nicht nur Werberin bei Rod Kommunikation, Sie sind auch Verwaltungsrätin der Kronenhalle. Diese öffnet am Montag, 11. Mai, ihre Pforten. Werden Sie selbst anwesend sein?
Nein, ich selber werde leider nicht in der Kronenhalle essen, weil die Tische bereits durch Stammkunden ausgebucht sind. Dieser Tag wird bestimmt durch Personal und Gäste gleichermassen als ein historischer, sehr spezieller Tag empfunden werden. Andreas Spillmann, Verwaltungsratspräsident der Kronenhalle, wird vor Ort sein. 

Wie gross ist der wirtschaftliche Schaden, welche der Lockdown bei der Kronenhalle verursacht hat?
Der wirtschaftliche Schaden ist natürlich beträchtlich: Abschliessend lässt sich dieser leider noch nicht beziffern, solange sich die Situation noch nicht normalisiert hat. Aber wir gehen zuversichtlich in die nächsten Wochen und Monate und freuen uns riesig über die schrittweise Rückkehr der Mitarbeitenden und Gäste. 

Können Sie die gesetzlichen Vorgaben in der Kronenhalle überhaupt einhalten?
Ja, das können wir. Die Anzahl Gäste ist natürlich reduziert, alles wird weiträumiger, luftiger. Ein Hygiene- und Schutzkonzept wurde erarbeitet und kommuniziert, und wird situativ angepasst. 

Arbeitet das Personal mit Maske?
Das Personal arbeitet mit Maske, um sich selber und die Gäste zu schützen. Denn ein 2-Meter-Abstand ist natürlich nicht immer möglich.  

Gab es viele Reaktionen von Stammgästen, die das Lokal in den letzten zwei Monaten vermisst haben?
Und wie! Der Kontakt zu den Gästen ist sehr persönlich, viele Stammgäste haben sich nach dem Personal und dem Betrieb erkundigt und wollten wissen, wann die Türen an der Rämistrasse 4 wieder geöffnet werden.

Ein Blick in die Gastronomieszene: Wird es für die Restaurants und Bars in den nächsten Monaten schwierig oder kehrt bald wieder Normalität ein?
Mit den Lockerungen bewegen wir uns alle zusammen behutsam in die «neue Normalität». Es ist der Gastronomieszene zu wünschen, dass sie schnell möglichst viele Gäste begrüssen kann. Das wünsche ich mir als Restaurantfan auch ganz persönlich und freue mich darauf, meine vielen Restaurantgutscheine, die ich im Lockdown gekauft habe, bald einzulösen. 

Ihre Agentur Rod macht auch die Coronavirus-Kampagne für das Bundesamt für Gesundheit. Spürten Sie bei sich manchmal die Spannung zwischen gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Interessen?
Natürlich schaut auch Rod zaghaft auf die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate, da sitzen wir alle im selben Boot und können nur hoffen, dass sich die Lage bald entspannt und die Werbeauftraggeber Zuversicht fassen. Erste Anzeichen sind da. Rod hat gleichzeitig auch die Aufgabe und Pflicht, in enger Kollaboration mit dem Team des BAG die Bevölkerung zu den aktuellen Verhaltens- und Hygieneregeln zu informieren, das ist uns eine grosse Ehre.       

Was war für Sie persönlich das prägendste Erlebnis der letzten Wochen?
Ganz grundsätzlich die gesteigerte Menschlichkeit, mit der wir uns alle begegnen durften – sei es in der Familie, mit Freunden, Mitarbeitenden und Kunden. Selten habe ich die Schweiz so ehrlich, direkt, ungeschönt, verletzlich und emphatisch erlebt. Zu sehen, zu was wir als Land gemeinsam fähig sind, das werde ich nicht vergessen. Man muss aus dieser Krise das Positive mitnehmen, so meine Meinung. 


Was bedeutet die Corona-Pandemie für die verschiedenen Akteure der Schweizer Medien- und Kommunikationsbranche? Bis auf Weiteres wird persoenlich.com jeden Tag eine betroffene Person zu Wort kommen lassen. Die ganze Serie finden Sie hier



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