20.04.2019

Werberin des Jahres 2019

«Es ist absolut berechtigt, dass der Preis an eine Frau geht»

Petra Dreyfus, Co-CEO und COO von Wirz, hat am Mittwoch die «Egon»-Statue gewonnen. Im Interview direkt nach der Award-Show sagte sie, warum sie sich über ihre Agentur hinaus für die Werbebranche engagiert. Zudem spricht sie über ihr Hauptanliegen – den Nachwuchs.
Werberin des Jahres 2019: «Es ist absolut berechtigt, dass der Preis an eine Frau geht»
Mit ihrer Agentur habe sie im letzten Jahr «grosse und populäre Kampagnen» realisiert: «Werberin des Jahres» Petra Dreyfus. (Bild: zVg.)
von Loris Gregorio

Sie sind «Werberin des Jahres 2019». Was war Ihrer Meinung nach ausschlaggebend für Ihren Sieg?
Der Preis geht an die ganze Agentur. Darin steckt sehr viel Teamwork und sehr viel Kollaboration mit unseren Kunden. Der Austausch, den wir mit unseren Kunden pflegen ist auf einem hohen Niveau. Wir haben neue, innovative Wege eingeschlagen. Neue Strukturen geschaffen. Dazu konnten wir uns im letzten Jahr viele neue Etats sichern.

Was haben Sie im letzten Jahr besser gemacht als die ebenfalls Nominierten David Schärer und Roman Geiser?
Die beiden haben einen grossartigen Job gemacht. Das mussten die Wählenden beurteilen.

Der Gewinner wurde per Online-Voting gewählt. Wie haben Sie Ihren Namen dabei selbst gepusht?
Wir veranstalteten keine Voting-Partys (lacht). Unsere Kundinnen, Kunden, Freundinnen und Freunde haben natürlich für uns gestimmt.

«Wenn man eine grosse Agentur führt, muss man für diese Branche eintreten.»

Ihr Arbeitskollege, Co-CEO Livio Dainese, ist Ihr Vorgänger. Wieso hat Wirz den Titel gleich zweimal nacheinander verdient?
Wir hatten letztes Jahr sehr viel Medienecho durch den Titel. Aber im Kern gewinnen wir durch unsere Arbeit. Wir stehen für Effektivität, nicht für Effekt. Keine Krea-Fürze, sondern Kampagnen, die die Schweiz gesehen hat und die die Menschen bewegt haben. Wir konnten sehr gute, grosse und populäre Kampagnen realisieren, die viel bewegten. Das ist uns wichtig. Vielleicht hat das am Schluss den Unterschied gemacht.

Die Moderatorin bei der Award-Show hat es bereits erwähnt: Sie sind nach fünf Jahren wieder die erste Frau, die diesen Preis gewinnt. Was gibt Ihnen das für ein Gefühl?
Dass dies angesprochen wird, zeigt, dass es offenbar ein grosses Thema ist. In unserer Branche gibt es sehr gute Frauen und auch solche, die Agenturen führen. Darum ist es absolut berechtigt, dass der Preis an eine Frau geht.

Sie sitzen im LSA-Vorstand. Im ADC-Vorstand ist jedoch keine Frau. Warum engagieren Sie sich in dieser Art und andere Werberinnen tun es nicht?
Da müsste man wahrscheinlich die anderen Frauen fragen, die das nicht tun. Der LSA ist ein Verband, der Agenturen eine Stimme gibt. Wenn man eine grosse Agentur führt, muss man für diese Branche eintreten. Darum mache ich das. Ich mache das nicht als Frau, sondern weil es mich interessiert.

«Der Nachwuchs ist ein Thema, dass uns beschäftigt und alle Agenturen betrifft.»

Wie Sie sitzen auch Ihre Konkurrenten Schärer und Geiser im Vorstand der LSA. Gab es da im Vorhinein dicke Luft?
Gar nicht. Ich mag und schätze beide sehr. Wir haben das sportlich genommen und uns gegenseitig Glück gewünscht. Da gab es keine dicke Luft.

Als was für eine «Werberin des Jahres» wollen Sie in Erinnerung bleiben? Welche Themen sind Ihnen wichtig?
Es ist immer schwierig, Nachwuchs zu gewinnen. Das ist ein Thema, das uns beschäftigt und alle Agenturen betrifft. Als «Werberin des Jahres» möchte ich dafür eintreten, den Stellenwert zu erhöhen, dass auch ehrgeizige, interessante und kreative Leute in die Branche wechseln wollen.

Was wünschen Sie sich als nächstes Traumprojekt?
Grundsätzlich freue mich auf jedes neue Projekt. Das ist das, was unsere Branche so spannend macht. Jede einzelne Marke ergibt eine neue Ausgangslage, zu der wir uns neue Lösungen überlegen.



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