Das Kreativfestival Cannes Lions hat alle Löwen vergeben – 640 Stück insgesamt, davon 159 für die USA. Bei der letzten Award Show am Freitagabend ging in der Königsdisziplin Film der Grand Prix an die Kampagne «A Time and a Place» von Claude, dem KI-Modell von Anthropic. Die beiden Einzelspots – «Can I get a six pack quickly?» und «How can I communicate better with my mom?» – wurden als Kampagne ausgezeichnet.
Entwickelt von der unabhängigen Londoner Kreativagentur Mother und produziert von Biscuit Filmworks UK, waren die dunkel-komödiantischen Filme ursprünglich für den Super Bowl konzipiert worden. Sie zeigen, wie ein fiktiver, werbefinanzierter KI-Chatbot alltägliche Fragen mit gesponserten Antworten beantwortet – eine bewusst irritierende Inszenierung, die Claude als werbefreie Alternative positioniert.
Schweizer Bilanz: Gold und dreimal Silber
Für die Schweiz blieb in der Kategorie Film eine Hoffnung unerfüllt: «Shape of Dreams» für die On x Zendaya Collection stand auf der Shortlist, ging aber leer aus. Die drei Cannes Lions für den von Spike Jonze inszenierten Film hatte On bereits am Dienstag in der Kategorie Film Craft geholt – Gold für die Regie, Silber für Schnitt und Originalmusik – und damit massgeblich zur besten Schweizer Bilanz seit 2019 beigetragen (persoenlich.com berichtete).
«Sport wird zunehmend Teil unserer Kultur und Identität. Wenn die Grenzen zwischen Bewegung und Alltag verschwimmen, muss sich auch die Kreativität unserer Branche weiterentwickeln», so David Allemann, Gründer und Co-CEO von On, in einer Mitteilung. «Gemeinsam mit Zendaya, Spike Jonze und unserem grossartigen Team in Zürich konnten wir eine Geschichte erzählen, die sich unverkennbar nach On anfühlt. Die drei Cannes Lions sind eine besondere Bestätigung, die uns stolz macht.»
Den vierten Schweizer Löwen holte das Internationale Olympische Komitee (IOK) in Lausanne mit der «Olympic Rings Pasta» – Silber in der Kategorie Social & Creator. Es war die erste Cannes-Lions-Auszeichnung in der Geschichte des IOK. «Der Erfolg zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn es darum geht, unsere Marken- und Engagement-Strategien zukunftsfähig weiterzuentwickeln», so IOK-Präsidentin Kirsty Coventry.
Nach dem Hoch von 2019 mit sieben Löwen hatte die Schweiz in den Folgejahren nie mehr als zwei Auszeichnungen geholt – und zweimal gar eine Nullrunde erlebt, zuletzt 2025. In diesem Jahr schickte die Schweiz 164 Arbeiten nach Cannes – 16 Prozent mehr als im Vorjahr – und holte vier Löwen, verteilt auf zwei Arbeiten:
Einen Achtungserfolg gab es auch bei der Young Lions Competition: Das Schweizer Media-Team Šejla Husić und Nadina Tharuman von Sir Mary schaffte es auf die Shortlist, wie Hype5 berichtete.
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