03.02.2014

ADC

Goldregen für Jung von Matt/Limmat

"U khoga guat!", findet Kreativchef Alexander Jaggy seine drei Gold-Würfel.
ADC: Goldregen für Jung von Matt/Limmat

Am Samstagabend wurden in der Zürcher Maaghalle die ADC Awards verliehen. Besonders erfolgreich war dabei die Agentur Jung von Matt/Limmat mit insgesamt drei Gold-Würfeln (persoenlich.com berichtete). Alexander Jaggy, Executive Creative Director von JvM/Limmat, über einen "unvergesslichen Moment" und die Bedeutung der ADC-Würfel als "Award-Seismographen":

Herr Jaggy, ein wahrer Goldregen überschüttete Sie bei der ADC-Preisverleihung am Samstag, herzliche Gratulation! Wie haben Sie gefeiert?
In der würdevoll geschmückten Maag-Halle, unter einem silbernen Kerzenhalter, bei Fisch und Weisswein, vis-à-vis von mir Gieri Spescha von Graubünden Ferien und meine Frau Christina, links von mir Roman Hirsbrunner und darum herum ein ausgelassenes Jung-von-Matt-Team. Kurz: Mit allen Leuten, die mir lieb sind. Ein unvergesslicher Moment.

3 Gold, 11 Silber, 7 Bronze, 12 Shortlist – das macht 33 insgesamt. Welche Auszeichnung hat Sie besonders gefreut?
Neben der Honorierung für Pro Infirmis freute ich mich über den Goldwürfel für die Retailkampagne von Max Shoes. Sehr stolz machte mich zudem der Evergreen für die beiden Bündner Steinböcke Gian und Giachen. Claudio Zuccolini, der Gian die Stimme verleiht, würde jetzt vermutlich sagen: "U khoga guat."

Wie erklären Sie sich, dass der ADC im Vergleich zu anderen Jahren besonders viele Gold-Würfel verteilt hat?
Die Menge ist nicht entscheidend, die Qualität zählt. Ich denke, dieses Jahr war das Niveau verteilt über die 14 Kategorien enorm hoch. Es gab sogar Gold-Würfel in den sogenannten Craft-Kategorien Design und Illustration. Völlig verdient aus meiner Sicht, aber das macht den Palmarès natürlich länger als üblich. Dass die Würfel an Auftraggeber mit relevanten Projekten gehen, macht das Gold noch wertvoller.

Pro Infirmis "Mannequins" könnte auch bei internationalen Wettbewerben erfolgreich sein. Wo werden Sie die Kampagne einreichen?
Der ADC Schweiz ist ein Award-Seismograph, da er buchstäblich der erste Kreativwettbewerb im Jahr ist. Als Einsender hofft man natürlich Indizien für internationale Wettbewerbe zu gewinnen. Erste Gradmesser werden der D&AD und die One Show sein. Das sind bekanntlich die härtesten Jurys auf dem Planeten. Der D&AD liegt uns. Wir konnten die letzten beiden Jahre jedes Mal eine Pencil-Nomination mit nach Hause nehmen. Mal sehen, was heuer passiert. Es ist und bleibt eine Lotterie.

Pro Infirmis "Mannequins" (siehe unten) wurde in der Kategorie "Film" ausgezeichnet. Wurde er überhaupt als TV-Spot gezeigt oder handelt es sich um einen reinen Online-Spot?
Der Film war von Anfang an als YouTube-Clip angedacht, schon allein aufgrund seiner Länge. Wir hatten zwar als kleine Lebensversicherung Kurzversionen fürs Fernsehen anfertigen lassen, diese kommen aber nicht mehr zum Einsatz.

Konnten Sie unter unter den ausgezeichneten Arbeiten einen bestimmten Trend feststellen?
Eventuell gibt es einen Mini-Trend, was nicht heisst, dass dies wegweisend für das Filmschaffen sein muss. Auffallend ist, dass immer mehr Kurzdokumentationen entstehen. Disziplinen und Kategorien vermischen sich. Eine erfolgreiche Promotion ist heute meist auch ein guter medialer Einfall. Und wenn man das Ganze dokumentiert, ist es gleichzeitig ein Film. Und wenn man den Film über die Medien und Sozialen Kanäle pusht, ist es plötzlich Content. Ich finde aber, dass ein fein getexteter Radiospot oder eine exzellente Designarbeit genau so viel Existenzberechtung haben. Es kommt auf die Ziele an.

Fragen: Edith Hollenstein


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