Nach Angaben der Frauenzentrale basiert ein Grossteil der medizinischen Forschung bis heute auf männlichen Körpern. Dies führe zu einem sogenannten Gender Data Gap – einem Mangel an medizinischem Wissen über weibliche Körper. Die Folgen seien Fehldiagnosen, Übermedikation oder lebensbedrohliche Behandlungsfehler bei Frauen.
Die Kampagne verweist auf verschiedene Studien: So sei das Risiko einer Fehldiagnose bei Herzinfarkten bei Frauen um 50 Prozent höher als bei Männern. In der Lungenkrebsforschung betrage der Frauenanteil in Studien lediglich 39 Prozent. Zudem seien Frauen in frühen klinischen Studien deutlich unterrepräsentiert.
Herzstück der Kampagne ist der Kurzfilm «Das Wartezimmer». Dieser zeigt symbolisch, wie ein Arzt in einer Praxis nach und nach alle Studienteilnehmenden aufruft, bis am Ende nur noch Männer im Wartezimmer sitzen.
«Wenn medizinisches Wissen über Frauen fehlt, hat das Konsequenzen», kommentiert gemäss einer Medienmitteilung Olivia Frei, die Geschäftsleiterin der Frauenzentrale Zürich. Die Kampagne wolle das Problem sichtbar machen, Wissen vermitteln und Frauen stärken.
Die Kampagne soll sich über mehrere Jahre erstrecken. Geplant sind monatliche Blogartikel, Expertinneninterviews, Social Media Beiträge sowie eine Landingpage mit Hintergrundwissen.
Die Frauenzentrale Zürich setzt sich seit über 100 Jahren für Frauenrechte ein und engagiert sich in den Bereichen Arbeit, Familie, Finanzen, Gewaltprävention und Gesundheit. (pd/nil)

