01.12.2020

One Marketing

Lars, der immer auf Grossanlässe verzichten muss

Ängste, Verzicht und soziale Isolation: Für von Armut betroffene Menschen war dies bereits vor der Coronapandemie die Lebensrealität. Mit einer breit angelegten Kampagne will die Hilfsorganisation Caritas aufrütteln.

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie musste die Schweizer Bevölkerung von heute auf morgen ihre Lebensgewohnheiten umstellen und lernen, auf Freiheiten zu verzichten, die vorher selbstverständlich waren. Mit der Kampagne «Die Schweiz lernt...» will Caritas Schweiz darauf hinweisen, dass es in der Schweiz Menschen gibt, deren Lebensrealitäten schon vor der Pandemie geprägt waren von Ängsten, Verzicht und sozialer Isolation – und sich deren prekäre Situation durch Corona noch weiter verschärft.

Armut in der reichen Schweiz wird noch immer tabuisiert. Betroffene leiden unter Stigmatisierung und Diskriminierung, denn nicht selten wird ihnen Selbstverschulden und Trägheit unterstellt. Dass Caritas Schweiz gerade jetzt mit diesem schwierigen Thema an die Öffentlichkeit gelangt, ist kein Zufall: Corona verschärft die Armut in der Schweiz drastisch. Plötzlich kennt jeder von uns jemanden, der seinen Job aufgrund der harten Massnahmen verloren hat oder sich mit der Kurzarbeitsentschädigung noch knapp über Wasser halten kann.

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Wer aber vorher schon nicht auf Rosen gebettet war, dem droht die Krise das Genick zu brechen - wäre da nicht die Caritas, die mit ihren vielseitigen Hilfeleistungen wie den finanziellen Überbrückungshilfen, den Caritas-Märkten oder den Sozial- und Schuldenberatungen den existenziellen Druck abfedert.

Mit der Umsetzung sei es der Agentur One Marketing gelungen, überraschend, emotional und aktualitätsbezogen den Bogen zwischen den auferlegten Schutzmassnahmen des BAG und der Bürde armutsbetroffener Menschen in der Schweiz zu schlagen, heisst es in der Mitteilung. Wie schwer wiegt der Verzicht auf Grossanlässe für Lars, wenn er sich sowieso kein Ticket hätte leisten können? Und was kann der Mindestabstand Roberto noch anhaben, dessen Freunde sich schon vor langer Zeit von ihm distanzierten?

Um die Persönlichkeiten der Armutsbetroffenen zu schützen, nutzte die Agentur für die Portraits ganz bewusst die Bilddatenbank Getty Images. Sie stehen so stellvertretend für die über 1,2 Millionen Menschen in der Schweiz, die schon vor Corona am Existenzminimum lebten und wegen der schmerzhaften Stigmatisierung ihre Identität nicht preisgeben möchten.

Die Kampagne «Die Schweiz lernt...» soll aufrütteln, zur Solidarität aufrufen und Spenden für die Armutsbekämpfung in der Schweiz generieren. Um die Werbemittel der Non-Profit-Organisation zu bündeln, konzentrieren sich die Out-of-Home-Massnahmen auf den Pendlerverkehr in den Ballungszentren Basel, Bern, Genf, Lausanne, Luzern und Zürich. Die Kampagne startet am 30. November und läuft bis zum 20. Dezember 2020.

«Uns hat das Konzept von One Marketing sofort begeistert. Die Kampagne holt die Betrachtenden bei ihren eigenen Erfahrungen ab und setzt sie in Relation zu den alltäglichen Nöten von Armuts-betroffenen Menschen in der Schweiz», wird Reto Urech, Leiter Abteilung Fundraising und Marketing bei Caritas Schweiz, zitiert.

Zum Einsatz kommen eBoards, ePanels, ÖV-Screens, Tramhänger, Mailing, Inserate, Display Ads und Social Media.

Verantwortlich bei Caritas Schweiz: Elisabeth Karagiannis, Reto Urech, Stefan Gribi, Nicole Lehnherr; verantwortlich bei One Marketing: Ruth Wagner, Stephanie Ramseier (pd/wid)



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Kommentare

  • Luki Frieden, 01.12.2020 11:10 Uhr
    Ich gratuliere zu dieser sehr wichtigen und sehr gelungenen Kampagne!
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