15.10.2020

Berlin

Stinkefinger sorgt für Strafanzeige

Der Berliner Senat hat für die Einhaltung der Maskenpflicht geworben. Nach Kritik wird das Sujet gestoppt.

Ein Sujet, das am Dienstag in Berliner Tageszeitungen erschienen ist, hat für Aufsehen gesorgt. Auf dem Motiv zu sehen ist eine Seniorin mit Schutzmaske und ausgestrecktem Mittelfinger. Der Text dazu: «Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske. Wir halten die Corona-Regeln ein.»

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Nicht nur in den sozialen Medien sorgte das Motiv für reichlich Kritik. Ein Berliner Abgeordneter hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Laut der «Welt» heisst es in der Anzeige, der Senat und das Stadtmarketing hätten «in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, gegen Teile der Bevölkerung zum Hass aufgestachelt».

Ein Sprecher des Stadtmarketings gestand gegenüber der Zeitung ein, dass die Seniorin mit dem Stinkefinger ein provokantes Motiv sei. Ziel sei es gewesen, Aufmerksamkeit zu erregen – und das sei gelungen. «Es war nicht unsere Absicht, Menschen, die keine Maske tragen können, vor den Kopf zu stossen», so der Sprecher. Dieses Sujet werde nun nicht mehr weiterverwendet.

Übrigens: Die Text-Bild-Schere von Zeigefinger und erhobenem Mittelfinger war offenbar beabsichtigt, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. (cbe)



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Kommentare

  • Rudolf Bolli, 16.10.2020 11:21 Uhr
    Wenn die Frau die Hände gewaschen hat, stinkt der Finger nicht wirklich. Das Symbol des Stinkefingers kommt offenbar aus Kulturkreisen mit mangelnder Hygiene. Müsssen wir das nachmachen?
  • Anita Krebs, 16.10.2020 10:52 Uhr
    Ich frage mich, was wohl eher den öffentlichen Frieden stört. Ein Plakat, das zur Diskussion anregt oder hirnlose Menschen, die einfach immer gegen alles sind ...
  • Butch Gaudy, 16.10.2020 08:47 Uhr
    Maximale Beachtung: Ziel erreicht !

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