02.07.2018

Reklamegesetz

Waadt will sexistische Werbung verbieten

Die Waadtländer Kantonsregierung schlägt dem Grossen Rat eine entsprechende Gesetzesänderung vor. Im Zweifelsfall soll eine Kontrollkommission entscheiden.
Reklamegesetz: Waadt will sexistische Werbung verbieten
Solche Werbung soll es im Kanton Waadt zukünftig nicht mehr geben: Eine Kampagne von Sloggi hatte 2003 Sprayereien zur Folge, hier in Luzern. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Das heutige Gesetz über die Reklamen verbietet es im Kanton Waadt, für Tabak und Alkohol im öffentlichen Raum zu werben. «Der Regierungsrat ist überzeugt, dass es sich lohnt, das Werbeverbot auf sexistische Inhalte auszudehnen", sagte FDP-Regierungsrätin Jacqueline de Quattro am Montag an einer Medienkonferenz.

Die Kantonsregierung wolle eine neue Bestimmung in diesem Sinne ins Gesetz aufnehmen. «Das ist eine starke Botschaft im Kampf gegen den Sexismus in unserer Gesellschaft», unterstrich die Regierungsrätin.

Der Mensch sei oft auf der Suche nach Vorbildern, und es sei schwierig, Plakaten aus dem Weg zu gehen. Werbebotschaften imponierten und verstärkten somit die Stereotypen und die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, sagte de Quattro weiter.

Basel-Stadt war Vorreiterin

Um zu definieren, was sowohl für Frauen als auch für Männer entwürdigend sei, will die Waadtländer Regierung die Definition der Schweizerischen Lauterkeitskommission übernehmen.

In diesem Selbstregulierungsgremium sitzen Verbandsvertreter aus den Bereichen Werbung und Konsum sowie PR-Fachleute. Sie werden beraten von Expertinnen und Experten aus Medien, Bundesämtern und aus verschiedenen Fachgebieten. Basel-Stadt war der erste Kanton, der ein Verbot für sexistische Werbung im öffentlichen Raum eingeführt hat (persoenlich.com berichtete). (sda/maw)


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KOMMENTARE

Michael Kamm
04.07.2018 08:11 Uhr
"Lutter contre le sexisme est une bonne cause, mais une loi est un mauvais moyen!" Die Lauterkeitskommission macht diesen Job schon und auf nationaler Ebene, diese Gesetzesänderung macht keinen Sinn. Ausser politische Aufmerksamkeit zu generieren.
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