17.11.2021

Farner Consulting

«Wir sind immer noch ein ‹strange animal›»

Die Agentur ist die neue Nummer eins im Ranking der Leading Swiss Agencies. Farner-CEO Roman Geiser äussert sich über diesen überraschenden Erfolg, die Zusammenarbeit mit Rod Kommunikation – und er sagt, was ihn am Begriff «klassische Werbung» stört.
Farner Consulting: «Wir sind immer noch ein ‹strange animal›»
«Wir wollten die integrierteste und multidisziplinierteste Agentur der Schweiz werden», sagt Farner-CEO Roman Geiser. (Bild: Farner)
von Matthias Ackeret

Herr Geiser, herzliche Gratulation, Farner ist nun offiziell die grösste Kommunikationsagentur der Schweiz. Was bedeutet dies persönlich für Sie als CEO und Hauptaktionär?
Danke! Es ist primär eine Bestätigung der Agentur-Strategie, die wir uns vor einigen Jahren zurechtgelegt haben. Wir wollten die integrierteste und multidisziplinierteste Agentur der Schweiz werden und mit den vier Treibern Digital, Technologie, Kreativität und Verhaltenswissenschaft das Geschäft beflügeln. Das ist uns über die Jahre auch sehr gut gelungen. Schliesslich ist ein solcher Weg vom Mittelfeld des Rankings und vom Seitenrand – wir waren ursprünglich ja schwergewichtig eine PR-Agentur – an die absolute Spitze der Verdienst des ganzen Agenturteams. Und dieser Weg war auch nur möglich dank Kunden, die uns immer wieder ihr Vertrauen schenken.

Welchen Stellenwert nimmt dann die klassische Werbung noch innerhalb Ihres Unternehmens ein?
Ich mag den Begriff klassische Werbung nicht. Das ist ebenso «altmödig» wie Reklame. Wir sagen bei uns Creative Impact Marketing. Es geht darum, mit Creative Ideas, Performance Marketing, Behavioral Design und relevantem Content wirkungsvolle Kampagnen zu entwickeln, die messbare Wirkung erzielen. Die Mittel dafür haben wir uns in den letzten Jahren zugelegt mit einem starken Digitalteam, der Farner Kreation sowie Rod.

Fahren Sie fort.
Die Verknüpfung von unseren Behavioral Experten sowie unserer Content-Teams, die sich auf wichtige Branchen spezialisiert haben, beschleunigen das zusätzlich. In der immer komplexer werdenden Kommunikationswelt ist es für CMOs grösserer Unternehmungen immer schwieriger geworden, sich durch Kanäle, Touchpoints, Inhalte und Entscheidungstrichter zu bewegen. Unser integriertes Modell hilft, diese Komplexität für CMOs zu vereinfachen.

Mit dem Kauf von Rod kurz vor der Pandemie haben Sie einen Glücksfall getätigt. Wie fest ist die Agentur bereits bei Farner integriert?
Wir arbeiten sehr eng zusammen und das macht Spass. Immer öfter arbeiten wir zusammen bei grossen Mandaten, aber ab und an gehen wir bewusst getrennte Wege. Der unternehmerische Spirit von Rod und die Exzellenz der Kolleginnen und Kollegen befruchten uns und beide Marken sind auf diesem Weg noch stärker geworden. Regula, David und Pablo sind eng in den Partnerkreis von Farner eingebunden und prägen so die Strategie der ganzen Gruppe. War es Glück? Nein, eher gegenseitige Liebe und eine klare Strategie.

«Bei Farner gibt es keinen Status quo»

Farner selbst hat in den vergangenen Jahren immer wieder Zukäufe getätigt. Gibt es diesbezüglich noch weitere Pläne oder hat Farner momentan den Status quo erreicht?
Es gibt bei Farner keinen Status quo. Der Markt verändert sich laufend und nur wer agil, flexibel und unternehmerisch agiert, kann die Kundenbedürfnisse spiegeln. Das Wachstum von Farner gründet aber nicht nur in Zukäufen. Wir sind zur Hälfte organisch und zur Hälfte über strategische Akquisitionen gewachsen. Wir sind dabei aber nie mit der Ambition gewachsen, einfach grösser zu werden oder einmal an der Spitze des LSA-Rankings zu stehen.

Sondern?
Wir wachsen, weil es meines Erachtens nur zwei tragfähige Agenturmodelle gibt: entweder multidisziplinär, integriert, digital und technologisch oder dann irgendwo in einer spezifischen Disziplin. Wir haben uns für den ersten Weg entschieden.

Ganz persönlich: Wie haben Ihre Mitbewerber auf die Verschiebungen im LSA-Ranking reagiert? Gab es viele Gratulanten?
Nein, die gab es nicht. Farner ist im Kreis der Werbeagenturen immer noch ein «strange animal», denn unser Agenturmodell, unsere Haltung und unsere Historie differenzieren. Ich würde mich auch selbst nie als klassischen Werber bezeichnen und wenn ich in einem Hotel einchecke, so schreibe ich Unternehmensberater auf den Zettel. Dadurch sind wir die etwas andere Kommunikations- und Kreativagentur.



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