26.07.2002

EU

95 Millionen gefälschte Markenartikel beschlagnahmt

Löwenanteil aus Thailand.

Rund 95 Millionen gefälschte Produkte und Raubkopien sind nach Angaben der EU-Kommission 2001 an den EU-Aussengrenzen beschlagnahmt worden. Der Wert der beschlagnahmten Produkt wird von der EU-Kommission auf mehr als 2 Mrd. Euro geschätzt. Gefälschte Waren darunter Produkte wie Elektrogeräten, Zahnpasta, Medikamente, Kondome oder Videokassetten machen laut OECD-Studien rund 5 bis 7 Prozent des Welthandels in einem Wert von 250 Mrd. Euro (rund 368 Mrd. Fr.) jährlich aus und kosten bis zu 200 000 Arbeitsplätze in Europa.

Verbindung zu Terrororganisationen

In einigen Fälle schienen die Zolluntersuchungen eine Verbindung zwischen den Fälscheraktivitäten und terroristischen Organisationen zu bestätigen, schreibt die EU-Kommission in einer Mitteilung vom Freitag. Gegenüber 1998 stieg die Zahl der an den Grenzen beschlagnahmten Fälschungen um über 900 Prozent. Die Fälscher arbeiten offenbar immer professioneller. Es werde immer schwieriger, die Herkunft der Produkte zu ermitteln, schreibt die Kommission. Am häufigsten werden sie per Flugzeug befördert. Der Löwenanteil stammt aus Thailand (23 Prozent), gefolgt von China, Türkei und Hong Kong. Aus Tschechien und den USA stammen immerhin noch vier, bezw. drei Prozent laut Zollstatistiken.

Während früher vor allem Luxusmarken nachgeahmt wurden, erstrecken sich die Fälschungen heute praktisch auf alle Wirtschaftssektoren. Diese neuartigen Fälschungen normaler Gebrauchsgüter werden im grossen Umfang hergestellt und über die normalen Handelswege vertrieben. Daher seien sie schwieriger zu erkennen, so die EU-Kommission. Die Fälscherbanden setzten heute eher auf Quantität als auf Qualität.

Quantität statt Qualität

Bei 42 Millionen der beschlagnahmten Produkte oder rund der Hälfte handelte es sich um Konsumprodukte des täglichen Lebens wie Autobestandteile, Medikamente, Haarwaschmittel, Briefmarken, Kondome oder elektrische Haushaltsgeräte. An zweiter Stelle folgten Raubkopien von CDs und Videokassetten mit einer Zunahme um 349 Prozent gegenüber 2000 und drastischen 15'330 Prozent gegenüber 1999.


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