30.08.2017

Sparsäuli für Kinder

«Darin steckt unheimlich viel Herzblut der CS»

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse nimmt erstmals Kinder ins Visier. Das neue Kinderkonto bietet mit 5 Prozent einen aussergewöhnlich guten Zins. Zudem lanciert die Bank ein digitales Sparschwein. Marketingchef Tarkan Özküp erklärt die Hintergründe dieser Offensive.
Sparsäuli für Kinder: «Darin steckt unheimlich viel Herzblut der CS»
von Christian Beck

TARKAN ÖZKÜP_0703

Herr Özküp, das neue CS-Sparsäuli zielt auf Kinder: Haben Sie kein schlechtes Gewissen?
Die Credit Suisse richtet sich mit «Viva Kids» nicht an Kinder, sondern an Eltern. In einer Zeit, in der Geld immer digitaler und abstrakter wird, müssen Kinder den Wert von und den Umgang mit Geld auch zeitgemäss lernen. Wir wissen aus unserer «Sackgeldstudie», dass für 9 von 10 Schweizer Eltern Finanzerziehung ein zentrales Erziehungsziel ist. Wenn die Kinder etwa 7 Jahre alt sind, rückt das Thema in den Familien in den Fokus.

Und Sie helfen dabei?
Credit Suisse übernimmt mit «Viva Kids» gesellschaftliche Verantwortung in einem relevanten Thema und bietet Schweizer Familien Unterstützung.

Im Mittelpunkt steht das digitale Sparkässeli «Digipigi». Was kann das Schwein?
In Digipigi steckt unheimlich viel Herzblut der Credit Suisse. Das Produkt liegt uns sehr am Herzen und wir sind stolz auf das Resultat, das wir präsentieren können. Digipigi ist Bestandteil eines ganzen Ökosystems rund um die Finanzerziehung, dabei setzen wir auf die bewährten Ansätze der analogen Welt und ergänzen diese mit den Möglichkeiten des «Internet der Dinge».

Was heisst das?
Digipigi ist ein digitales Sparkässeli, in das Münzen und Noten eingeworfen werden können, das mit dem Kind interagiert und mit den dazugehörigen Digipigi Apps Kinder und Eltern dazu bringt, das spielerische Erlernen von Finanzkompetenz gemeinsam zu trainieren. Es weiss beispielsweise, wann Sackgeld oder Geldeinzahlungen eingetroffen sind, wann ein neues Ämtli gemacht werden kann und wann ein neues Sparziel eingestellt oder erreicht werden konnte. Es weiss, wenn Münzen und Noten eingezahlt werden und wann Geld aus dem Kässeli genommen wird. Und es weiss, wann es bewegt wird, welche Uhrzeit es ist, es kann als Nachtlampe oder Uhr verwendet werden und es kann dem Kind zum Geburtstag gratulieren.

Wie Sie eingangs gesagt haben: Kinder können Sie nicht direkt ansprechen. Haben Sie mit diesem neuen Produkt die Eltern oder Göttis im Visier?
Die ganze Viva-Kids-Welt und auch das Digipigi richten sich primär an Eltern mit Kindern. Damit Digipigi funktioniert und alle Apps genutzt werden können, benötigt mindestens ein Elternteil ein Transaktionskonto und einen aktiven Online- und Mobile-Banking-Zugang. Ebenso braucht es ein Viva-Kids-Banking Paket. So sind Eltern und Kinder miteinander verbunden, die Kinder lernen den verantwortungsvollen Umgang mit Geld, die Eltern behalten die Kontrolle, zum Beispiel über den Saldoverlauf. Gotten, Götti, Grosseltern und weitere Bezugspersonen können nicht direkt mitmachen, aber zum Beispiel via über die Eltern einen Batzen beisteuern.

Ohne die Eltern geht also nichts.
Ja, und das finden wir auch richtig. Sie sollen entscheiden, wie sie Finanzerziehung lehren möchten, wir helfen ihnen einfach dabei.

Das Sparkonto hat mit 5 Prozent einen aussergewöhnlich guten Zins. Nun werden alle Eltern ihr Geld auf dem Kinderkonto anlegen…
Der aussergewöhnlich gute Zins soll den Kindern beibringen, dass es sich lohnt, zu sparen. Damit dieser Lernprozess stattfindet und der Spar- und Zinseffekt sichtbar wird, bietet die Credit Suisse auf dem Viva Kids Sparkonto einen Zinssatz von 5 Prozent für Einlagen bis 1000 Franken. Dieser gilt nur für Kinder bis 12 Jahre, nicht deren Eltern.

Kinder ab 7 Jahren erhalten auch eine Maestro-Karte. Kommt das gut?
Selbst im Bargeldland Schweiz geht der Trend zum bargeldlosen Bezahlen, er macht schon 45 Prozent des Umsatzes aus und den grössten Anteil hat die Debitkarte. Wir haben den Ansatz, die Maestro-Karte zum Bestandteil der Finanzerziehung zu machen, intensiv mit Pro Juventute diskutiert. Wir waren beide der Meinung, dass es zur Finanzerziehung der Generation der «Digital Natives» gehört, mit nicht sichtbarem Geld umzugehen. Aber selbstverständlich entscheiden die Eltern, in welchem Alter ihre Kinder das lernen sollen. Die Maestro-Karte wird darum auch nur an Eltern abgegeben.

Warum?
Sie entscheiden, ob und wann sie diese ihren Kindern abgeben wollen. Und auch dann ist das Geldbeziehen für die Kinder nur innerhalb eines definierten Rahmens möglich: Die Maestro-Karte ist mit einer Tageslimite versehen, die die Eltern selbst festlegen können, beispielsweise 5 oder 10 Franken pro Tag. Und das Konto kann nicht überzogen werden. Insofern, davon bin ich überzeugt, kommt das gut.

Auch mit Pro Juventute arbeiten Sie zusammen. Wie?
Pro Juventute ist ein strategischer Partner der Credit Suisse. Die Partnerschaft zielt auf den Know-How-Austausch und die Intensivierung der Freiwilligeneinsätze von CS-Mitarbeitenden. Pro Juventute ist natürlich nicht bei der Entwicklung neuer Dienstleistungen oder Produkte der Credit Suisse beteiligt und enthält sich einer Bewertung konkreter Dienstleistungen oder Produkte der Bank. Aber gerade in diesem Projekt dürfen wir auf das wertvolle Know-how von Pro Juventute zählen.

Zum Beispiel?
Bei der Viva-Kids-World, einer onlinebasierten Lern- und Erlebniswelt, in der Eltern und Kinder alles Wichtige erfahren, was mit Finanzerziehung zu tun hat.

 



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