28.11.2019

Roger Federer und On

Der Tennisstar sprintet mit On durch New York

Roger Federer steigt bei On Shoes ein, promotet das Unternehmen in mehreren Interviews und nun joggt er in einem neuen Werbeclip für die Laufschuhfirma durch den Central Park. Doch wie gut passen Federer und On zusammen? Ein Markenexperte ist skeptisch.
von Michèle Widmer

Roger Federer beteiligt sich am Schweizer Laufschuh-Unternehmen On Shoes. In den vergangenen Tagen war der Tennisspieler quasi auf Promotour und sprach mit verschiedenen Medien über sein Engagement – so der «New York Times», der «Frankfurter Allgemeine Zeitung», der «NZZ am Sonntag» und dem «Blick».

Seine Freunde hätten vor einigen Jahren plötzlich angefangen, diese Schuhe zu tragen. Vor zwei Jahren habe er dann auch On ausprobiert – und sei Fan geworden, sagt er dem Boulevardblatt. «Es reizte mich, einem jungen Schweizer Unternehmen, das schnell wächst, zu helfen. Und auch die Jungs haben mir gefallen», fügt Federer an.



Ein Markenexperte beurteilt die Zusammenarbeit kritisch. «Tennis ist Federers Spitzenleistung, nicht der Laufsport. Es fehlt der spezifische Leistungsbezug, da er weder Läufer noch Designer ist», schreibt Klaus-Dieter Koch, Gründer der Managementberatung BrandTrust, dazu im persoenlich.com Blog

«Kein traditionelles Athleten-Sponsoring»

Während der Deal für Federer zum richtigen Zeitpunkt komme, sieht der Experte dies in Bezug auf On anders. «Wenn eine Nischenmarke wie On zu rasch expandiert ins Massen- und Streetweargeschäft, besteht die Gefahr, die Marke auszubeuten und die Seele zu riskieren». Er fügt an: «Ich bin der Ansicht, dass ein Welt-Tennisstar einer hoch spezialisierten Laufschuhmarke in einer späteren Entwicklungsphase mehr bringen würde.»

Bei On ist man von der Zusammenarbeit mit Roger Federer überzeugt. «Was Roger und wir machen, ist kein traditionelles Athleten-Sponsoring», sagte Oliver Bernhard, einer der drei On-Gründer gegenüber der «NZZ am Sonntag». Federer wird als Miteigentümer unternehmerisch tätig sein.


Während die einen über Sinn und Zweck der Zusammenarbeit diskutieren, hat das Satiriker-Team um «Deville» bereits den ersten On-Schuh von Federer «geleaket». Ein Modell mit «Federung», «On/Off-Schalter» und «Barilla-Spaghetti-Schuhbändel».



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Kommentare

  • Andi Neukomm, 28.11.2019 08:44 Uhr
    Hätte Roger Federer die ON Schuhe ein paar Kilometer länger als die werbewirksamen getragen, er würde feststellen, was für ein himmeltrauriges Preis-/Leistungsverhältnis diese Schuhe haben. Für Laufschuhe unverhältnismässig teuer, nach 500km futsch. Spruch in der Läuferszene: bei ON kriegst Du zum Preis von einem Paar ON Schuhen immer ein zweites Paar - nachdem Du reklamiert hast. Kulanz schreiben sie gross, ganz gross. Qualität etwas weniger.
  • Victor Brunner, 28.11.2019 08:55 Uhr
    Bravourös wie Dieter Koch, Markenexperte daneben liegt: «Tennis ist Federers Spitzenleistung, nicht der Laufsport". Koch soll einmal ein Spiel schauen, Tennis ist Laufsport mit hoher Belastung für die Schuhe, da geniesst Federer mit seinem Einstieg bei On Shoes einen grossen Vertrauensbonus! Federer könnte auch für Beutelsuppen werben, der Erfolg wäre durchschlagend!

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