27.07.2022

Threema

Gratis-Glace nur gegen persönliche Daten

Ein spannendes Experiment: Der Messengerdienst verteilt kostenlose Erfrischungen – will dafür aber viel wissen. Threema wollte mit der Aktion auf dem Zürcher Sechseläutenplatz auf einen Widerspruch aufmerksam machen.

Wie kann auf lustige Art und Weise auf Datenschutz und Privatsphäre aufmerksam gemacht werden? Dieser Frage hat sich der Schweizer Messengerdienst Threema angenommen und eine Guerilla-Aktion mit versteckter Kamera durchgeführt: Mitten in Zürich wurde eine mobile Eisdiele aufgebaut, Passanten wurden mit Gratiseis angeworben und mit intimen Fragen bombardiert:

«Mit unserer Aktion möchten wir aufzeigen, dass nichts umsonst ist», heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Damit die Passanten ihr Eis erhielten, mussten sie zuerst ein paar persönliche Fragen beantworten: Wie lautet Ihre Telefonnummer? Mit wem haben Sie zuletzt gechattet? Wie viel geben Sie monatlich für Suchtmittel aus? Die überwiegende Mehrheit der Passanten war sichtlich irritiert ob der persönlichen Fragen, und nahezu niemand hat sie anstandslos beantwortet. Dass etwas zwar kostenlos sein kann, aber dennoch nicht umsonst ist, wurde ihnen deutlich bewusst.

Gleichzeitig geben im Internet nach wie vor unzählige Nutzer bereitwillig und allem Anschein nach bedenkenlos dieselben persönlichen Angaben gegenüber Tech-Konzernen preis, um im Gegenzug Onlinedienste kostenlos zu nutzen. «Unsere Aktion auf dem Sechseläutenplatz zielt darauf ab, auf diesen Widerspruch aufmerksam zu machen und die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, dass es sich auf jeden Fall lohnt, für Datenschutz und Privatsphäre zu zahlen», schreibt Threema weiter. (pd/cbe)



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