Der Klimawandel wirkt sich laut einer repräsentativen Comparis-Umfrage kaum auf das Konsum- und Anlageverhalten der Schweizer Bevölkerung aus. 34 Prozent der Befragten gaben an, die Klimadebatte beeinflusse ihre Entscheidungen gar nicht, weitere 46 Prozent sprachen von einem geringen Einfluss.
Nur bei 20 Prozent wirke sich die Debatte auf Kauf- und Anlageentscheide aus, teilte der Vergleichsdienst am Dienstag mit. Das sei deutlich weniger als noch während der Corona-Pandemie. Und der Wert für «gar keinen Einfluss» habe sich seit der ersten Erhebung 2019 fast verdoppelt: Seinerzeit lag er noch bei 18 Prozent.
Einkommen und Kinder als Faktoren
Bei Personen mit einem Bruttohaushaltseinkommen bis 4000 Franken gaben 75 Prozent an, die Klimadebatte habe keinen oder höchstens einen geringen Einfluss auf ihre Entscheidungen. Bei Gutverdienenden mit über 8000 Franken Haushaltseinkommen lag dieser Anteil mit 84 Prozent gar noch höher.
Haushalte mit Kindern zeigten sich hingegen klimabewusster als kinderlose Haushalte: 74 Prozent der Befragten mit Kindern massen der Klimadebatte einen geringen bis sehr grossen Einfluss bei. Bei Haushalten ohne Kinder waren es nur 62 Prozent.
Ankündigungen versus Statistik
Von jenen, die der Klimadebatte mindestens einen geringen Einfluss zuschreiben, gaben 40 Prozent an, weniger Fleisch und tierische Produkte zu konsumieren. 36 Prozent sprachen von Einschränkungen bei Flugreisen.
Die amtliche Statistik zeichnet laut Comparis ein anderes Bild: Der Fleischkonsum pro Kopf stieg von 48 Kilogramm (2023) auf 51 Kilogramm (2025) und blieb seit 2019 im Schnitt bei rund 50 Kilogramm. Und die Zahl der Lokalpassagiere am Flughafen Zürich erreichte mit 23,2 Millionen im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert, nach 22,2 Millionen im Jahr 2019.
Die Befragung wurde im Juli 2026 durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Comparis unter 1040 Personen durchgeführt. (awp/sda/spo)

