Der Tourismus-Weltverband WTO hat den erwarteten Irak-Krieg als "furchtbaren Schlag" für die ohnehin "von der Wirtschaftskrise geschwächte" Branche bezeichnet. "Noch bevor er begonnen hat, hat der Konflikt schon harte Auswirkungen auf den Sektor", sagte der Generalsekretär der Organisation, Francesco Frangialli, am Dienstag in Madrid. In den kommenden Monaten drohten deswegen Tausende Stellen wegzufallen. Nur bei einer kurzen Auseinandersetzung und anschliessend rascher Beruhigung der Lage könnten die Auswirkungen begrenzt und die Sommersaison vielleicht gerettet werden. "Darauf hoffen wir", fügte Frangialli hinzu.
Die Reisebranche setzt nach Angaben des WTO-Generalsekretärs auf einen Aufschwung spätestens zum Jahresende. Dieser könnte seinen Angaben zufolge ähnlich kräftig ausfallen wie nach dem Golfkrieg 1991. Besorgnis erregend sei jedoch, dass die Tourismus-Wirtschaft anders als damals durch die Folgen der Terror-Anschläge vom 11. September 2001 geschwächt sei. Dazu kämen die Konjunkturschwäche in den wichtigen Herkunftsländern USA, Deutschland und Japan sowie die Krise der US-Luftfahrtindustrie. Mit Blick auf das Verhalten der Konsumenten zeigte sich Frangialli zumindest mittelfristig aber zuversichtlich: "Das Bedürfnis zum Verreisen ist tief verwurzelt", betonte er. "Der Konsument kann seine Abreise verschieben und das Reiseziel ändern -- aber er wird immer wegfahren wollen."

