22.10.2003

Studie

Logistik-Outsourcing lohnt sich

Sinkende Kosten durch Dienstleistereinsatz.

Logistikanbieter können sich immer grössere Anteile an den entsprechenden Budgets von Unternehmen in Nordamerika und Europa sichern. Rund 65 Prozent ihrer Logistik-Mittel wenden europäische Firmen aktuell für die Leistungen von Drittfirmen (Third-Party-Logistics, 3PL) auf, während der Wert in der letztjährigen Untersuchung noch bei 51 Prozent lag. Analog die Entwicklung in Nordamerika, wo der Anteil auf 49 Prozent stieg (43 Prozent 2002). Für die Jahre bis 2008 wird ein weiteres Wachstum des Outsourcing-Anteils im Budget auf 81 Prozent in Europa und 56 Prozent in Nordamerika prognostiziert. Für Asien sieht die Vorhersage eine Steigerung von 50 auf 60 Prozent vor. Damit wird der Trend aus der Untersuchung im vergangenen Jahr bestätigt.

Die den Ergebnissen zugrundeliegende "3PL“ Studie wurde zum insgesamt achten Mal von der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young gemeinsam mit dem Georgia Institute of Technology und FedEx Supply Chain Services durchgeführt und spiegelt die Antworten von 400 Logistikexperten aus den USA, Kanada, Mexiko, Vereinigtes Königreich (UK), Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland, Italien, China, Japan und Südafrika wider.

"Die stetige Entwicklung der Logistikdienstleister hin zu einem logistischen Komplettanbieter in den letzten Jahren ist unter anderem auf den verstärkten Einsatz von neue Technologien zurückzuführen. Track & Trace-Systeme, die in der Lage sind, über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg den Status einer Warensendung darzustellen oder aber auch webbasierende Systeme für eine ganzheitliche Bestandskontrolle sind nur zwei Beispiele. Die 3PL-Anbieter haben sich aber auch durch zusätzliches Know-how ausserhalb des sogenannten 'Brot und Butter'-Geschäfts -- dem Gütertransport von von A nach B -- zu einem ernsthaften Outsourcingpartner für die Industrie entwickelt“, erläutert Sven Hömmken, Leiter Planung und Logistik bei Cap Gemini Ernst & Young Zentraleuropa.

Insgesamt werden die Dienste von Drittanbietern von mehr als drei Vierteln der nordamerikanischen und europäischen Unternehmen in Anspruch genommen (78 und 79 Prozent). Deutlich geringer der Anteil in Asien-Pazifik, wo 58 Prozent zumindest einen Teil ihrer Aufgaben auslagern. Hoch im Kurs stehen dabei vor allem Dienstleistungen wie Lagerung (73 Prozent in Nordamerika, 91 Prozent in Europa, 46 Prozent in Asien), Ausliefertransporte (71/95/87 Prozent) sowie Verzollungen (66/57/n.V. Prozent) und Zuliefertransporte (62/71/62 Prozent). Insgesamt 73 Prozent der Befragten konnten denn auch der Aussage zustimmen, dass die Inanspruchnahme von 3PL-Dienstleistungen eine Schlüsselrolle bei der optimalen Bedienung ihrer Bedürfnisse darstellt.

Die Gegner des Outsourcings argumentieren allerdings sehr ähnlich und beziehen sich auf die Rolle der Logistik im eigenen Unternehmen, wenn sie ihre Ablehnung von Outsourcing begründen: 44 Prozent sehen die Logistik als ihre eigene Kernaufgabe an, 40 Prozent meinen, dass Logistik viel zu wichtig wäre als sie an Drittfirmen zu vergeben und jeweils 32 Prozent befürchten einen Kontrollverlust oder sehen keinen Kostenvorteil.

Das Auslagern von Logistikdiensten scheint sich den Bedenken zum Trotz allerdings in zählbaren Erfolgen für die Unternehmen niederzuschlagen. Befragte Manager aus nordamerikanischen Firmen konstatieren einen Rückgang der Logistikkosten um neun Prozent während ihre europäischen Kollegen sieben Prozent weniger auszugeben brauchen. Auch in der zeitlichen Komponente verbessert der 3PL Einsatz die Werte. Von durchschnittlich 9.8 Tagen reduziert sich die Lieferzeit für Produkte auf 7.9 in Nordamerika. Für Europa liegt die Einsparung bei 2.7 Tagen (von 4.7 auf 2 Tage im Durchschnitt).


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