Seit gestern ist die Swiss Mitglied der Oneworld-Allianz. Was hat die Kooperation für Auswirkungen auf Ihre Kommunikation?
Man muss da unterschieden: Einerseits gibt es die Kommunikation der Allianz, in der wir gemeinsam mit acht anderen Airlines auftreten. Aus dieser Optik ist die Swiss als neues Mitglied nun auch Teil der Oneworld-Werbekampagne. Auf der anderen Seite haben wir die Kommunikation der Swiss. Für sie ist die Mitgliedschaft eine weitere Botschaft unter anderen.
Gibt es von Oneworld Vorgaben, wie im Rahmen der Partnerschaft kommuniziert werden muss?
Ein Inserat, wie wir es heute in der Tagespresse geschaltet haben (siehe auch News "Jung von Matt/Limmat: 'Oneworld-Inserat' für die Swiss"), macht man nicht im Alleingang. Man spricht sich mit den Partnern ab und holt sich von der Zentralstelle ein OK. Natürlich werden die Kommunikationswege dadurch länger, das Approval für so ein Inserat lässt sich aber in ein bis zwei Tagen einholen.
Existiert von der Anzeige auch eine Version mit der Variante Lufthansa?
Ja, wir haben beides vorbereiten lassen. Das Inserat funktioniert ja auch für die Star Alliance, wenn man an Stelle der neun Oneworld-Sitze die 16 Star-Alliance-Mitglieder nimmt.
Die heutige Anzeige ist nicht gezeichnet. Signalisiert das einen Bruch in Ihrer Zusammenarbeit mit Jung von Matt/Limmat?
Auf keinen Fall! JvM/L ist die Swiss-Agentur -- wenn auch, selbstverständlich, nicht die Agentur der Oneworld. Da es sich beim heutigen Inserat um eine Kommunikation der Swiss handelte, wurde es auch von Jung von Matt entwickelt. Weil aber alles sehr schnell gehen musste, ist das Agenturkürzel wohl ganz einfach vergessen gegangen.
Welche Massnahmen sind neben dieser Anzeige vorgesehen?
Heute haben Sie das Auftaktinserat gesehen. Dieses ist nur ein Teil unseres Kommunikations-Mixes, zu dem neben der klassischen Werbung auch PR, also die gestrige Medienkonferenz, sowie die direkte Kundenansprache gehört. Damit haben wir die Partnerschaft kommunikativ lanciert. Die meisten Benefits aus der Kooperation sind aber erst ab 2004 zu erwarten, die Kommunikation wird dann im Rhythmus der Produkte-Innovation stattfinden. Ein klassischer Auftritt zum Thema Allianz ist in den nächsten Monaten also nicht zu erwarten.
Die letzen Monate waren von Indiskretionen begleitet. Wie stellen Sie sicher, dass keine Informationen nach aussen dringen?
Wir arbeiten mit Vertraulichkeitsklauseln und haben hier nochmals sehr klar auf die Brisanz der Situation aufmerksam gemacht. Generell ist zu sagen, dass Indiskretionen selten aus der Werbeabteilung kommen -- da bestehen bei einem Unternehmen mit 6000 Mitarbeitern andere Möglichkeiten. Zumal Medieninformationen im Normalfall nicht von Werbekampagnen begleitet werden, Werbeabteilung und -agentur also gar nicht involviert sind -- die Kommunikation der Allianz hat hier eine Ausnahme dargestellt, wir wollten das nicht allein der PR überlassen.
Reto Meister verliess die Swiss als General Manager Marketing Communications im Juli, nachdem er bereits fünf Leute entlassen musste und ein weiterer Abbau geplant war. Auch Meister selber ist nicht ersetzt worden. Welche Strategie steckt hinter Ihrer Personalpolitik?
Die Swiss hat ihren Personalbestand von 9000 auf 6000 Leute verkleinert. Diese Reduktion hat nicht nur im Cockpit, sondern auch beim Bodenpersonal stattgefunden. Das entspricht unserem Auftrag, Rentabilität und Effizienz zu steigern und mit weniger Leuten mehr Leistung zu erbringen. Heute sind bei der Marketing Communication (CI/Branding, Advertising, CRM) unseres Unternehmens ungefähr 20 Personen beschäftigt -- wie viele es vor einem Jahr waren, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls arbeiten wir mit einem starken Netzwerk von externen Agenturen, wodurch es auf unserer Seite nur noch wenige, aber gut ausgebildete Leute braucht. Prinzipiell ist zu sagen, dass der Erfolg der Kommunikation nicht von der Anzahl Leute abhängig ist. Ihre Frage ist daher nicht so wichtig.

