05.11.2001

Expo.02

Martin Heller enttäuscht von Wirtschaft und Nicolas Hayek

Uhrenindustrie und Westschweiz fehlen.

Der Geldmangel der Expo.02 ist laut dem künstlerischen Direktor Martin Heller auf nicht eingelöste Versprechen der Wirtschaft zurückzuführen. Von den von economiesuisse versprochenen 380 Millionen fehlten heute immer noch 110 Mio. Franken. In einem Interview mit dem Journal du Jura vom Montag nimmt Martin Heller kein Blatt vor den Mund. Man spreche immer wieder von der Wirtschaft, aber eigentlich seien es einzelne Entscheidungsträger, die Einfluss hätten. Enttäuscht ist Heller vor allem auch von Swatch Group-Patron Nicolas Hayek.

"Ich habe meine Sicht der Dinge mit vielen Patrons teilen können, nicht aber mit Nicolas Hayek", sagte Heller. Hayek habe bis heute keinen Rappen an die Expo überwiesen, obwohl man der Swatch Group die attraktivsten Sponsoring-Projekte angeboten habe, so etwa die künstliche Wolke auf der Arteplage von Yverdon. Noch 1999 habe sich Hayek als Retter der Expo präsentiert und prophezeit, man werde genügend Geld finden, um 53 Ausstellungen zu finanzieren, sagte Heller weiter. Heute sei man bei 37 Ausstellungen gelandet. Hayek war im August 1999 mit der Erarbeitung einer Expertise über den Zustand des Projektes für eine Expo.01 beauftragt worden. Der Bericht kam zum Schluss, dass eine Realisierung im Jahre 2001 nur mit drastischen Sofortmassnahmen möglich sei. Kurz darauf beschloss der Bundesrat die Verschiebung der Expo um ein Jahr.


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