Migros' neue Strategie mit Marken wie Kellogg's und Zweifel macht Erzkonkurrent Coop zu schaffen. Bei Chips und Cerealien verlor Coop laut Coop-Sprecher Karl Weisskopf innert Jahresfrist zwei bis drei Prozent am Marktanteil.
Die Kunden wechselten nicht von Coop zur Migros, nur weil sie dort neu beliebte Markenartikel kaufen könnten, ist Weisskopf überzeugt. Er räumt aber ein: "Seit Migros die neue Strategie fährt, haben wir leichte Umsatzverluste erlitten." Coop habe aber weniger verloren als befürchtet. Die genaue Umsatzentwicklung wollte Weisskopf nicht ausführen. Die Migros konnte dagegen letzten Juni, ein Jahr nach der Aufnahme von Cornflakes, ein Wachstum von 39 Prozent bei den Frühstücks- Cerealien verzeichnen. Der Marktanteil erhöhte sich von 29 auf 38 Prozent.
Migros-Marktanteile nehmen weiter zu
Dasselbe Bild bei den Chips: Die Zweifel-Chips führten zu einem Umsatzplus von 18 Prozent in diesem Bereich und ebenso zur Steigerung des Marktanteils von 28 auf 33 Prozent. Laut Migros-Sprecherin Monika Weibel entwickeln sich die Umsätze nach wie vor erfreulich, wenn auch nicht mehr so frappant. Diesen Sommer hat der grösste Schweizer Detailhändler weitere Markenartikel ins Sortiment aufgenommen: So etwa die Red-Bull-Getränke, bei denen Migros innert zweier Monate zum marktführenden Anbieter vorrückte. Ähnlich gelohnt hat sich die Aufnahme von Elmex-Zahnpasta. Im Bereich Zahnpasta habe Migros gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent zugelegt, so Weibel. Sie betont, dass dies nicht zu Lasten der Eigenmarke Candida gegangen sei. "Die Migros will dieses Jahr mit Markenartikeln zusätzlich 110 Mio. Fr. Umsatz generieren."
Mit der Aufnahme von Marken wie Nutella oder Ferrero diesen Sommer wolle es die Migros aber bis Ende Jahr bewenden lassen. Der Anteil der Fremdmarken (alte und neue) von rund 8 Prozent ist nach wie vor tief. An der Eigenmarkenstrategie der Migros soll nicht gerüttelt werden. Die Markenartikel-Offensive galt nur den Bereichen, wo die Eigenmarken unterdurchschnittliche Marktanteile hielten.
Denner geht in Offensive
Der Eigenmarkenanteil bei Coop liegt unter 50 Prozent. Auch die Nummer drei im Schweizer Detailhandel krempelt die Markenstrategie um: Discounter Denner will seine Eigenmarken (Anteil 25 Prozent) besser vermarkten. "Mitte Dezember kommen die ersten Produkte unter der neuen Denner-Dachmarkte namens "Denner look for the best" in Rot heraus", sagt Denner-Generalsekretär Lukas Brühwiler.
Wie eine Studie der Marktforschungsinstituts AC Nielsen in 36 Ländern weltweit zeigt, verfügt die Schweiz über den grössten Anteil von Eigenmarken. Der wertmässige Anteil der Eigenmarken in der Schweiz machte Ende März 2003 insgesamt 38 Prozent aus. Das entspricht einer Zunahme von 3 Prozent auf 2.6 Mrd. Dollar (3.4 Mrd. Fr) innert einem Jahr.

