Herr und Frau Bühler, 14 der 61 Preise der diesjährigen SDV-Awards gingen an Ihre Agentur, mehr also als ein Viertel (persoenlich.com berichtete). Wie macht man das?
Raphael Bühler: Bühler & Bühler ist seit über 13 Jahren spezialisiert auf Dialogmarketing. Wir haben das Potenzial dieser Disziplin im Schweizer Markt früh für uns erkannt und sie gezielt ausgebaut. Dabei investierten wir viel in die Entwicklung effektiver Strategien und innovativer Kreation. Dank dem breiten Portfolio und starken Firmen wie Swisscom, CSS, Viseca, Coop oder UBS können wir unser Knowhow stetig in der Praxis umsetzen und beweisen. Auch dank den vielfältigen und umfassenden Journeys für diese sehr professionell agierenden Unternehmen entwickelten wir uns im Dialogmarketing laufend weiter. Und zwar gemeinsam.
Darunter sind auch noch drei goldene Awards …
Doris Bühler: Ob Bronze, Silber oder Gold – jeder Entscheid der Jury war ein Riesenkompliment für unser Team. Wenn unsere Kampagnen funktionieren und begeistern, ist dies der schönste Lohn überhaupt. Selbstverständlich waren wir aber überwältigt, gleich zwei von den drei höchstdotierten Branchenpreisen gewonnen zu haben. Hinter der Auszeichnung in der Kategorie Kommunikations- und Informationstechnologie für Swisscom mit «Das Netz der Schweiz» steckt so viel Engagement und Expertise, damit sich die 15 Customer Journeys mit über zwei Millionen Dialogen für die Kundschaft ausgezahlt haben. In «Kampagnen Eigenwerbung» freuen wir uns zudem sehr über die begehrte Trophäe unter den Agenturen.
«Nach den Awards ist vor den Awards»
Hatten Sie mit diesem Erfolg gerechnet?
Raphael Bühler: Mit einem solchen Erfolg darf und kann man nie rechnen. Schliesslich haben wir damit den Spitzenplatz unter allen Agenturen 2026 und unser bestes Resultat der Agenturgeschichte erreicht. Das geht nur deshalb, weil wir jeden Tag wieder neue Ideen entwickeln und unser Bestes geben. Denn nach den Awards ist vor den Awards.
Was zeichnet erfolgreiches Dialogmarketing aus?
Doris Bühler: Dazu gehören viele verschiedene Faktoren: menschliches Einfühlungsvermögen und Kreativität, achtsame Guidelines passend zum Brand, Offenheit für neue Technologien, Expertise im Umgang mit Daten sowie der wissenschaftliche Ansatz. Hierbei arbeiten wir vor allem vertieft mit Nudging aus der Verhaltensökonomie, das wir auch als Dozenten und über unseren Podcast an die Branche weitergeben. Wir überlassen nichts dem Zufall, wollen aber gleichzeitig stets überraschen, Emotionen wecken und dabei ganz einfach verständlich bleiben. Deshalb steht bei uns immer die Story im Zentrum – zielpersonengerecht und handlungsauslösend auf dem treffenden Kanal ausgespielt.
Was ist der Unterschied zur klassischen Werbung wie ein Inserat, ein Plakat oder ein TV-Spot?
Doris Bühler: Dialogmarketing ist der persönlichste und direkteste Weg, mit Kundschaft in Kontakt zu treten. Sei es über den Briefkasten, die Mail-Inbox, Messaging oder andere Kanäle. Eine Disziplin, die jedes Unternehmen pflegen und priorisieren sollte. Wir reden hier von Kommunikationsmassnahmen, die direkt an die Konsumenten adressiert werden und im Idealfall eine Handlung auslösen. Ob für Akquisition, Onboarding-Journeys, Loyalty-Programme, Cross- oder Upsellings, generelle Kundschaftspflege oder reine Informationspflicht – ohne gute Dialoge fühlt sich der Konsument verloren oder nicht wertgeschätzt.
Ihre Agentur heisst Bühler & Bühler, ist also nach Ihnen beiden benannt. Wie funktioniert Ihre Zusammenarbeit?
Raphael Bühler: Wir kennen uns jetzt seit über 25 Jahren und sind ein eingespieltes Team. Unsere Aufgabenbereiche in der Agentur sind zudem klar definiert und getrennt. Doris ist unsere Kreativchefin und hat Dialogmarketing regelrecht im Blut. Ich bin mehr der Allrounder und leite unter anderem die strategischen Geschicke der Agentur. Wir ergänzen uns perfekt, kennen uns bis ins Detail und vor allem herrscht zwischen uns ein unglaubliches Vertrauensverhältnis.
«Wir sind beide nicht nachtragend, das hilft enorm»
Gibt es manchmal auch Spannungen?
Raphael Bühler: Logisch gibt es die. Aber wir wissen sehr gut, wie damit umzugehen ist. Wir können hart sein in manchen Diskussionen, aber fünf Minuten später zusammen einen Kaffee trinken und über das Leben sinnieren. Wir sind beide nicht nachtragend, das hilft enorm.
Welche Arbeit von den Ausgezeichneten ist für Sie selber die liebste?
Doris Bühler: Das kann ich tatsächlich nicht sagen. Ich habe bei jedem Case eine Lieblings-Zutat: Die hocheffektive Strategie bei der Swisscom Netzausbau-Journey. Der nachhaltige Mehrwert, wenn aus einem Printmailing ein Spiel wird, das Menschen verbindet. Der Überraschungsmoment beim Öffnen der CSS-Mailings, die mit hilfreichen Contents den Charakter des Unternehmens abbilden. Das Storytelling bei den UBS-Kampagnen, das komplexe Bankenthemen einfach übersetzt und den Nutzen erlebbar macht. Aber die allerliebste Arbeit ist für mich immer die, bei der wir mit der Kundschaft viben. Das Leben ist mir zu schade für einen Arbeitsalltag ohne Freude und Menschlichkeit.

