01.09.2026

Goldbach Audio

«Radio ist mehr als nur noch Radio»

Swiss Radioworld heisst ab dem 1. September neu Goldbach Audio – ein Schritt, der die Nähe zur Goldbach Group stärker sichtbar machen soll. Im Interview erklärt Managing Director Ralf Brachat, warum das Rebranding kein Abschied vom Medium Radio ist und wie die ersten Reaktionen von Kunden und Agenturen ausfielen.
Goldbach Audio: «Radio ist mehr als nur noch Radio»
«Wir glauben einfach, dass Radio mit seiner Strahlkraft und Reichweite mehr ist als nur noch Radio», so Ralf Brachat, Managing Director Goldbach Audio. (Bild: zVg)

Ralf Brachat, Swiss Radioworld heisst neu Goldbach Audio (persoenlich.com berichtete). Bedeutet das auch, dass Sie nicht mehr an das Medium Radio glauben?
Ganz im Gegenteil. Wir glauben einfach, dass Radio mit seiner Strahlkraft und Reichweite mehr ist als nur noch Radio. Mit all den Verbreitungsvektoren und verschiedenen Formaten ist Radio auch sehr digital, zukunftsgerichtet und so zu Audio geworden.

Mit dem neuen Namen rückt Ihr Unternehmen näher an die Marke Goldbach. War es bislang ein Nachteil, dass viele Kunden die Zugehörigkeit zur Goldbach Group und zur TX Group gar nicht kannten?
Die Vorteile der Gruppenzugehörigkeit konnten wir bereits in der Vergangenheit positiv nutzen. Der Schritt unterstreicht, dass wir mit Goldbach Audio, TV, OOH und Online gemeinsam vorantreiben wollen – gerade, weil Werbekunden ihre Kommunikationsziele mediengattungsübergreifend verfolgen und die einzelnen Kanäle im Wettbewerb um dieselben Werbebudgets stehen.

«Werbekunden denken und planen Kampagnen immer stärker über verschiedene Kanäle hinweg»

Hätte dieser Schritt – die Marke stärker mit Goldbach zu verknüpfen – nicht schon längst erfolgen müssen?
Diesen Schritt haben wir schon seit einiger Zeit geplant. Mit der zunehmenden Entwicklung verschiedenster Audioformate war jetzt der richtige Zeitpunkt. Werbekunden denken und planen Kampagnen immer stärker über verschiedene Kanäle hinweg; eine vergleichbare Entwicklung sehen wir auch in unseren Nachbarländern.

Sie haben den neuen Namen den Kunden bereits an der Radio Night vom Mittwoch verkündet. Wie waren die ersten Reaktionen?
Die ersten Reaktionen waren sehr positiv. Viele Kunden und Agenturen verstehen den Schritt als zeitgemässe Weiterentwicklung, weil ihre Kampagnen heute ohnehin über mehrere Mediengattungen hinweg geplant und optimiert werden. Der neue Name bildet diese Entwicklung besser ab.


Gab es auch kritische oder überraschte Stimmen, etwa von langjährigen Radiopartnern, die den Namen Swiss Radioworld mit Tradition verbinden?
Nein. Unsere absolut wichtigsten Partner sind nach wie vor die Radiosender, und selbstverständlich haben wir diesen Schritt mit ihnen beziehungsweise ihren Vertretern abgesprochen.

Für Kunden und Agenturen soll sich laut Mitteilung inhaltlich nichts ändern. Ist der neue Name also reine Kosmetik, oder steckt mehr strategische Veränderung dahinter?
Ähnlich wie sich TV mit CTV weiterentwickelt, wächst auch die digitale Nutzung von Radio- und Audioangeboten über Online- und Streamingkanäle. Für Werbekunden verschwimmen dadurch die Grenzen zwischen den Mediengattungen zunehmend. Der Name Goldbach Audio trägt dieser Durchdringung Rechnung.

Ist mit der Namensänderung auch ein Stellenabbau verbunden?
Das hat damit absolut keinen Zusammenhang, und nein: Mit der Namensänderung ist kein Stellenabbau verbunden.

«Wir erfreuen uns über Wachstum im digitalen Bereich»

In der Mitteilung ist die Rede von Podcast-Netzwerk und Programmatic Radio als neue Kompetenzfelder. Wie stark verschieben sich Ihre Umsätze bereits heute von klassischem Radio hin zu diesen neuen Formaten?
Wir erfreuen uns über Wachstum im digitalen Bereich. Das Podcast-Netzwerk sowie das Audionetzwerk gehören dazu, auch wenn die absoluten Zahlen noch weit entfernt sind von den nach wie vor sehr stabilen Radio-Umsätzen. Mit Programmatic Radio sind wir im Aufbau und kurz vor der Marktreife. Mit der Möglichkeit der programmatischen Buchung von linearem Radio sehen wir die Möglichkeit, an neues Geld, also Geld aus den digitalen Töpfen, zu kommen. Dementsprechend erwarten wir künftig auch Kunden im Radio, die bis anhin noch kein Radio gebucht haben.

Schaufeln Sie sich mit Programmatic Radio nicht das eigene Grab?
Ich kann den Gedanken gut nachvollziehen. Jedoch sind wir der Meinung, dass wir dadurch das bestehende Geschäft nicht ersetzen, sondern ein neues Geschäftsfeld entwickeln. Zusammen mit den Sendern und unseren technischen Supportern wollen wir den Markt genau für dieses Geschäftsfeld gewinnen. Kunden dieser Praxis haben meist andere Bedürfnisse als bestehende Kunden. Zudem wird es weiterhin eine enge Beratung und Absprache dafür brauchen. Die Agentur- und Kundenbeziehung dürfte dadurch noch vielschichtiger werden.

Was ist der nächste strategische Schritt für Goldbach Audio nach dem Rebranding?
Wir wollen Programmatic Radio noch diesen Herbst den Agenturen zur Buchung anbieten, also lineares Radio programmatisch buchbar machen. Wir stehen bereits in intensivem Austausch und schliessen die Sender nach und nach an das System an. Für uns ist das ein wichtiger Schritt, weil Radio damit noch einfacher in medienübergreifende Kampagnenplanung und programmatische Buchungsprozesse integriert werden kann.


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