Der Schweizer Tourismus blickt auf ein schwarzes Jahr zurück. Bei der Hotellerie wurde ein Minus von 4.9 Prozent gegenüber 2001 gezählt. "Wir müssen nach vorne schauen", sagte Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, am 6. Ferientag in Zürich. Mit der Parahotellerie zusammen wurden 2002 rund 65.9 Millionen Übernachtungen gezählt. Gesamthaft spricht Schmid für 2002 von einem Logiernächterückgang von rund 4 Prozent. Als Gründe nannte er am Dienstag die Wirschaftslage, die schlechte Stimmung bei den Konsumenten, der starke Franken, oder auch die Ängste vor dem Irak-Krieg.
Als wichtigen negativen Faktor bezeichnete der Präsident von Schweiz Tourismus, FDP-Ständerat Dick Marty, die Preise. "Es ist unbestreitbar, dass der inländische Markt ein Problem darstellt", sagte er. Die Gehälter würden viel höher liegen als in anderen Ländern und Nahrungsmittel und Elektrizität seien viel teurer. Auch Volkswirtschaftminister Joseph Deiss betonte in seinem Referat vor den rund 1000 Teilnehmenden, wie wichtig es für den Schweizer Tourismus sei, die Kosten zu senken und das Preis- Leistungs-Verhältnis zu verbessern. Die grösste Branchenveranstaltung im Tourismus verzeichnete dieses Jahr einen Besucherrekord.
Grosser Rückgang beim wichtigsten Gästemarkt
Die wichtigste Gästegruppe im Schweizer Tourismus sind nach wie vor die Schweizer mit einem Marktanteil von 55 Prozent (1.1 Prozent weniger als 2001). Von den übrigen Ländern ist gemäss Schmid Deutschland mit 18.3 Prozent Marktanteil der wichtigste Gästemarkt. Hier nahm der Anteil gegenüber 2001 um 11.6 Prozent ab. Die grössten Abnahmen wurden bei Japan (-16.7 Prozent), bei den USA (- 15.5 Prozent) und bei Schweden (-14.9 Prozent) verzeichnet. Wegen der Lungenkrankheit SARS wird momentan bei den Ländern Südostasiens ein totaler Einbruch verzeichnet. "Aus diesen Regionen kommen zur Zeit über 80 Prozent weniger Menschen als sonst", sagte Schmid.
Im regionalen Vergleich büssten das Tessin (-11.5 Prozent) und Graubünden (-9 Prozent) am meisten ein; in der Westschweiz wirkte sich die Expo positiv aus (+18.1 Prozent). "Das Tessin verliert wegen des Gotthard-Problems an Attraktivität", sagte der Tessiner Ständerat und warf dem Bundesrat in diesem Punkt "Kurzsichtigkeit" und "Gleichgültigkeit" vor.
Nach vorne schauen, anstatt zurückblicken

