Die Schweiz hat in der Rangliste der Wettbewerbsfähigkeit 2003 zwei Plätze eingebüsst. Hohe Kosten werden laut einer Studie durch grosse Kompetenzen und eine "ausgezeichnete Infrastruktur" ausgewogen, das Land ist aber zu komplex.
Die Komplexität der Abläufe in Wirtschaft und Politik blockiere beide Bereiche, sagt Stéphane Garelli, Professor am federführenden Institut für Management Development (IMD) gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Das IMD hat in diesem Jahr erstmals eine neue Klassifizierung vorgenommen. "Die Schweiz mit den USA zu vergleichen hat überhaupt keinen Sinn, mag die Wirtschaft auch global tätig sein -- die Unterschiede zwischen beiden Ländern sind einfach zu gross", erklärt Garelli.
Schweiz auf Platz 5 bei den 'Kleinen'
"Wichtig ist heute, wo ein Land innerhalb seiner Gruppe klassiert ist." Die Schweiz liegt in der Gruppe der Länder mit weniger als 20 Millionen Einwohnern auf Rang 5. Vor einem Jahr war sie auf dem Bronzeplatz gelegen, 2001 allerdings nur auf Rang 6.
Führend in der Gruppe der "Kleinen" bleibt Finnland (-) vor Singapur (+4) und Dänemark (+1). Hong Kong hat deutlich zulegen können und liegt nun auf Platz 4 (+6) -- die Auswirkungen der Lungenkrankheit SARS sind hier allerdings noch nicht berücksichtigt. Nach der Schweiz auf Platz 5 folgen Luxemburg (-1) und Schweden (-). Die Niederlande fielen in der Rangliste leicht zurück (8./-1), Island stieg auf (9./+2), Österreich ab (10./-2).
USA bleiben führend
Bei den grossen Ländern mit mehr als 20 Millionen Einwohnern bleiben die USA an der Spitze der Wettbewerbsfähigkeit. Dahinter folgen Australien (+1), Kanada (-1) und Malaysia (+2). Deutschland (5.) und Taiwan (6.) verloren je einen Rang. Grossbritannien (7./+2), Frankreich (8./+2) und Spanien (9./+1) gewinnen an Terrain, ebenso Thailand (10.), das gleich drei Positionen gutmachte. Korea fiel aus den Top Ten raus (15./-5).
Als gute Nachricht zur Weltwirtschaft vermeldet Garelli, dass es keine globale Rezession gebe. Nur 4 von 59 untersuchten Länder oder Regionen befänden sich in Rezession. "Die schlechte Nachricht ist, dass mir das niemand glaubt."
Gold für Schweizer Arbeitskräfte
Die Schweiz ihrerseits leide an weiterhin "blutarmem Wachstum". Sie erreicht beim Wachstum des Bruttoinlandprodukts mit 0.1 Prozent im Jahr 2002 nur Rang 24. Bei den Chancen, auf den Pfad wirtschaftlicher Besserung zurückzufinden, liegt das Land auf Platz 20. Mittelmässig rangiert die Schweiz laut IMD auch bei der Fähigkeit der Regierung, schnell auf Änderungen des wirtschaftlichen Umfelds zu reagieren (Platz 21). Die Flexibilität fehle (Platz 25). Positiv sei dagegen die Transparenz der Gesetzgebung (5.) und die Qualität des Service public (Platz 5).

