Weiterbildung von Erwachsenen ist in der Schweiz ein weitgehend vernachlässigter Bereich. Eine eigentliche Weiterbildungspolitik existiert nicht, wie das Forum Weiterbildung Schweiz am Dienstag vor den Medien in Zürich kritisierte. Aufgabe des vor drei Jahren gegründeten Forums ist die Koordination der Weiterbildungsförderung. Dazu musste erst einmal der gegenwärtige Zustand erhoben werden. Er ist bedenklich, wie Forums-Präsidentin Vreni Müller-Hemmi sagte: "Von einer kohärenten Weiterbildungspolitik ist die Schweiz weit entfernt." Weiterbildung werde hier zu Lande schlicht vernachlässigt. In einem internationalen Vergleich der OECD sehe die Schweiz denn auch nicht besonders gut aus, sagte Forums-Geschäftsleiter André Schläfli. Die Studie erfasste zwischen Ende 1999 und Ende 2001 neben der Schweiz Dänemark, Finnland, Grossbritannien, Kanada, Norwegen, Portugal, Schweden und Spanien.
Teilnehmerquote seit Jahren gleich
Rund 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung besuchen in der Schweiz Weiterbildungsangebote. Das war schon vor zehn Jahren so, und damals war es im Vergleich mit anderen Ländern relativ hoch. Inzwischen haben allerdings die anderen aufgeholt. Die Schweiz stagnierte und liegt heute nur noch im Mittelfeld. Ähnlich bedenklich sehen laut Schläfli die Resultate bei der betrieblich finanzierten Weiterbildung aus: Schweizer Betriebe investieren deutlich weniger in Weiterbildung als die meisten übrigen Länder. Aber auch Gutes haben die OECD-Experten in der Schweiz gefunden. Dazu gehören etwa das duale Berufsbildungssystem, die Qualitätsentwicklung, die Modularisierung, das jährliche Lernfestival zahlreicher Weiterbildungsorganisationen und die Gründung des Forums Weiterbildung, dem Vertreter der Sozialpartner, von Bundesämtern, Kantonen und Anbietern angehören.
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